Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633154
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Malerei 
Die 
im 
Italiens 
Quattrocento. 
Etwas mehr Eigenart verrät Domenico di Bartolo Ghezzi 
aus Asciano, der seit 1428 in Siena thätig sich ganz in den engen 
Bann der sienesischen Kunst fügte, ohne jedoch dadurch zu iiusseren 
Erfolgen wie Sano zu gelangen. Allein auch seine Madonnen. 
und Heiligenbilder, wie die beiden 1436 und 1437 gemalten in 
der stiidtischen Galerie zu Perugia und zu Asciano, zeigen die. 
selbe Schwiichlichkeit des Kürperbaues und dieselben schweren 
Küpfe auf den langen und mageren Hitlsen, wie die früheren 
Sienesen, und auch das ungeschickte Kolorit mit dem reichen, 
arlfgehühten Goldschmuck bleibt bei der byzantinisierenden Tradi- 
tion unter vollstiindiger Ablehnung aller Horentinischen Einüüssm 
Eine dem Domenico Liberlegene Thiitigkeit entfaltete zwar der 
vielseitige Lorenzo di Pietro, gena11ntVecchietta,geb. 1412, 
gest. 1480, welcher 21.1s Architekt, Bildhauer, Goldschmied und 
Maler eine Rolle spielte, aber die greisenhafte Hiisslichkeit seiner 
Formengebung (woher wohl sein Zuname), der Mangel an Natur. 
beobachtung, die zeichnerischen und perspektivischen Gebrechen 
lund das Hache, Haue Kolorit liisst auch bei ihm trotz sorgfältigel- 
Technik eher einen Niedergang der Duccioschen Kunst als einen 
dem Quattrocento entsprechenden Aufschwung erkennen. Dieg 
zeigen die Wandmalereien des Pilgerhauses von Siena mit  
priisentationen der Wohlthätigkeite von 1441, die Fresken in 
S. Giovanni und im Ratharls daselbst von 1445 und den folgenden 
Iahren, und unter den 'l'afelbildern die wMadonnenx in dedUfüzien 
(1447), in der Akademie zu Siena (1479) und im Do1n zu Pienzl 
Geschah es auch ans Ruhmredigkeit, so müchte man es doch 
eher für Entschuldigung halten, wenn er sich in der Inschrift des 
Bildes von Pienza wsculptora, in bezeichneten Bronzearbeiten dagegen 
wpictom nennt. 
Ebenso vielseitig wie der auch als Festungsbarlmeister 
thätige Vecchietta war Francesco di Giorgio (1439-1502) 
Seine malerische Produktion, nicht ohne einige fortschrittliche 
Verdienste in der Richtung eines Botticelli und der Pollajuoli, 
war jedoch gering und konnte zu einer systematischen und en 
folgreichen Erneuerung der sienesischen Kunst schon aus dam 
Grunde nicht führen, weil der Künstler frühzeitig der lvialerei 
ganz entsagte, um ausschliesslich als Architekt und Festungs_ 
baumeister zu wirken. .Man kann übrigens kaum bezweifeln, dass 
er als solcher eine achtenswertere Rolle spielte, als er sie mach 
dem bezeichneten wKrippenbilde der Galerie zu Siena im Gebiete 
der Malerei oder nach den Einzelüguren von 1497 im Dom Zu 
Siena in der Plastik jemals hätte erreichen kännen. Nicht hüher
        

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