Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633140
Siena. 
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Gegenstand er ausser anderen Madonnen in den Altarbildern der 
Akademie zu Florenz und des Louvre auch grässere Dimensionen giebt. 
Der Wachsende Einüuss seiner Mitschüler Perugino und Lionardo 
mildert seine ursprüngliche Härte, wie in der {Iaufe Christia der 
Uflizien, und kommt auch seiner Bildniskunst zugute, von welcher 
das Bildnis seines Lehrers Verrocchio in den Ufüzien (K1. B. 
5 5 5) eine günstige Vorstellung giebt, ohne dass auch die späteren 
Werke seine Befähigung erwiesen, in die Kunstbewegung des 
Cinquecento eintreten zu künnen. 
Siena. 
Während die Malerei Sienas im Laufe des 14. jahrhunderts 
einige Vertreter aufzuweisen gehabt, welche den gleichzeitigen 
Giottesken in ihrer Art ebenbürtig erschienen. verliert sie im 15. 
diese rivalisierende Bedeutung gänzlich. Dem politischen Nieder- 
gang der stolzen Stadt entsprechend sinkt auch ihre Kunst von 
der relativen Hühe, nicht bloss entwicklungslos an der Tradition 
des 14. Jahrhunderts festhaltend, sondern nicht selten diese sogar 
vergrübernd und verderbend. 
Schon Taddeo di Bartolo batte, wie wir oben gesehen, mit 
jenem archaisierenden Zurückgreifen über seine nächsten Vor- 
gänger, die trefflichen Lorenzetti, hinaus seinen Nachfolgern das 
üble, jeden Fortschritt abschneidende Beispiel gegeben, Welches 
nun eine Reihe von sienesischen Malern befolgte, ohne sonst über 
Taddeos künstlerische Qualitäten zu verfügen. So Stefano 
di Giovanni mit dem Beinamen Sassetta, welcher sich da- 
mit begnügte, nach Komposition, Formgebung und T echnik wieder 
an dem Byzantinismus der ältesten Sienesen, niimlich an der 
Kunstweise eines Ugolino und Segna anzuknüpfen, sowie dies 
selbst noch sein letztes um die Mitte des 15. jahrhunderts ge- 
maltes Wandbild die wKrünung Mariäix an der Porta Romana zu 
Siena beweist. Nicht viel hüher steht dessen Schüler Ansano 
oder Sano di Pietro (1406-1481), Welcher hüchstens durch 
die Emsigkeit seiner Produktion die unverhältnismässige Wert- 
schätzung seiner Landsleute verdiente. Jedenfalls erscheint der 
ihm beigelegte Ehrenname eines sienesischen Angelico durchaus 
ungerechtfertigt, wenn er auch wenigstens in einzelnen seiner 
zahlreichen erhaltenen Bilder  die Akademie zu Siena bewahrt 
deren nicht weniger als 47  unter den ganz unselbstiindigen 
Nachtretern der sienesischen Trecentisten immerhin noch hervorragt. 
Reber, Geschichte. 5
        

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