Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633093
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Die 
Malerei 
Italiens 
im 
I 
Quattrocento. 
Von Botticelli und Filippino abhängig erscheinen einige 
Maler zweiten Ranges, wie Francesco di Giovanni(A1ta1-vverk 
der Pieve zu Empoli von 1491) und sein Sohn Raffaello di 
France sco (Kreuzabnahme in den Uüizien). Bedeutender war 
Raffaelino del Garbo, geb. um 1466, Schüler und Gehilfe 
des Filippino, aber auch von den Umbriern Perugias beeinfiusst. 
Dies zeigen einige Madonnenbilder im Spital von S. Maria Nuova 
(von 1500) in S. Maria degli Angeli bei Siena (von 1502) und in 
S. Spirito zu Florenz, wie nicht minder der Freskencyklus mit den 
Werken der Barmherzigkeit im Oratorium von S. Martino zu Florenz. 
Spätere Madonnen Raffaelinos (Museum zu Berlin) zeigen raffaelisches 
Gepriige was nicht wundernehmen kann, da Raffaelino mehrere 
jahre Raffaeles Gehilfe war und erst 1524 starb. 
Der plastische Charakter, welcher mehr oder weniger ver- 
mittelt die Malerei der meisten Florentiner des Quattrocento be- 
herrscht, gelangte durch Domenico Bigordi, gewühnlich Do_ 
menico Ghirlandajo oder Grillandajo gcnannt, zu seiner 
gediegensten malerischen Auflüsung. Geboren 144g zu Florenz 
als der Sohn eines Goldschrnieds und bei Baldovinetti in der 
Malerei ausgebildet, 'h:1tte er sich nicht damit begnügt, in die 
Bahnen seines Lehrers oder eines Pollajuolo oder Verrocchio 
einzulenken. Ohne viel Wert auf die Tafelmalerei und darum 
auch auf die vorliegenden ältechnischen Neuerungen zu legen, 
wandte er sich vorwiegend dem Fresko zu, welehes ihn zu näherem 
Studium Masaccios führte. Der grosse Stil dieses Künstlers entsprach 
auch seiner Anschauung in dem Masse, dass man des Ghirlandajg 
Kunst eine Mittelstufe zwischen Masaccio und Raphael nennen kann. 
In dem 1480 datierten wletzten Abendmahla rn Refektorium 
von Ognisanti, in S. Marco später fast wiederholt, f1nden wi1- 
indess das obenbesprochene Werk von Andrea. del Castagno 
entschieden benutzt, wie auch weiterhin wiederholt der Eindruck 
der Zeitgenossen auf unseren Künstler ersichtlich wird. S0 in 
der vApotheose des hl. Zenobiusa in der Sala del Orologio des 
Palazzo Vecchio zu Florenz von 1481l2, und in der bald darauf 
ge1na1ten aBerufung Petri und Andreä zum Apostelamm in der 
sixtinischen Kapelle des Vatikan, in welchem Werke er übrigens 
alle seine mit dem sixtinischen Freskencyklus beschäftigten Mit_ 
arbeiter übertraf. Es kam ihm auch zu statten, durch Antiken- 
studien in Rom seine würdige und formschüne Darstellungsweise 
noch zu steigern. 
Die 1485 ausgeführten Wandgemälde der Finakapelle zu 
S. Gimignarao, die wVision und die Totenfeier der Heiligena dar-
        

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