Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633040
Florenz. 
55 
Herstellung der Entwürfe sich nicht mehr viel an der Aus- 
führung beteiligt zu haben. Die saKrünung Mariäa in der Halb- 
kuppel wie der vTod Mariäa mit der vVerkündigunga und 
aGeburte zu beiden Seiten an der Wand des Apsis zeigen fast 
ausschliessend eine untergeordnete Künstlerhand. Dass in dieser 
jene des Fra Diam ante zu erkennen ist, darf aus dem Um- 
stande geschlossen werden, dass diesem, als Fra Filippo am 
8. Oktober 146g zu Spoleto starb, die Vollendung des Werkes 
übertragen wurde. Fra Diamante, 1469 zu Terranuova. im floren- 
tinischen Valdarno geboren und wie Fra Filippo als Knabe in 
das Karmeliterkloster zu Prato gebracht, war dem Meister schon 
bei den Arbeiten in Prato als Schüler und Gehilfe in Gutem und 
Büsem treu zur Seite gestanden, wie er auch nach dessen 
Tode sich des Sohnes Filippos, Filippino, annahm. Zu selbst- 
ständiger Bedeutung jedoch gelangte Fra Diamante, der 1498 
als Gefangener zuletzt erwähnt wird, so wenig, wie sein 
jüngerer Mitschüler Jacopo del Sellajo, welcher, 1442 ge- 
boren und 1531 gestorben, bis tief ins 16. Jahrhundert hinein 
thätig blieb. 
Eine gleichzeitige Künstlergruppe von geringerer natür- 
licher Begabung als sie Fra Filippo auszeichnete, beschäftigte 
sich um diese Zeit vorzugsweise mit der Verfolgung maltech- 
nischer Neuerungen, wie sie bereits Domenico Veneziano an- 
gebahnt zu haben scheint, Allein Florenz erzielte dabei, da 
es von der Mitverwendung harziger Firnissubstanzen neben dem 
Leinül nicht abging und mit der Temperatechnik nicht gründ- 
lich brach, keineswegs Erfolge wie die altniederländische Schule, 
und das von dieser Seite her beeinfiusste Venedig. Die zäh- 
gewordene Farbe legte dem Verarbeiten so viele Hindernisse 
in den Weg, dass man sie zunächst nur an Gewändern, Bei- 
werk und Landschaft in Anwendung brachte und in der Be- 
handlung des Nackten noch lange bei der alten Tempera blieb. 
Wie Weit schon Giuliano d' Arrigo, beigenannt Pesello, 
geboren 1367 in Florenz, in dieser Richtung gekmnmen, ist 
ungewiss, weil sich von dem zunächst mehr plastisch und hand- 
werklich beschäftigten Künstler keine nachweisbaren Gemälde 
erhalten haben_ Seine zwischen 1414 und 1424 berichtete 
Flaggen- und Standartenmalerei lässt jedoch seine Vertrautheit 
mit Ül- und Firniss-Bindemitteln voraussetzen. Als Künstler 
im Gebiete der Malerei gesicherter erscheint sein Tochtersohn 
Francesco di Stefano, der Sohn "eines frühverstorbenen 
Malers Stefano. Geboren 1422, Schüler wie Werkstattnachfolger
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.