Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1633012
52 
Malerei 
Die 
im 
Italiens 
Quattrocento. 
Bildung der Käpfe und Kürper und endlich die perspektivische 
Berechnung der Komposition sind wohl imstande, aus dem derben 
einen packenden, ja erschütternden Eindruck zu machen. Andrea 
del Castagno starb am 19. August 1457. 
In seinem Zeitgenossen D omenico Veneziano vermägen 
wir jetzt mehr des Castagno friedlichen Mitarbeiter, als dessen 
tütlich gehassten Rivalen zu erkennen, seit wir wissen, dass zwar 
1448 ein sonst unbekannter Maler Domenico di Matteo einem 
Attentat (vielleicht des jähzornigen Andrea del Castagno) erlag, 
aber an Domenico Veneziano als Opfer dabei schon aus dem 
Grunde nicht gedacht werden kann, weil Domenico seinen an- 
geblichen Mürder um einige Iahre überlebte. Domenico Vene- 
ziano war nicht selbst aus der Lagunenstadt eingewandert, sondern 
der in Florenz zu Anfang des 15. Jahrhunderts geborne Sohn 
'eines aus Venedig gekommenen Meisters namens Bartolomeo. Ebenso 
ist die Annahme falsch, dass er durch Antonello da Messina die 
Olmalerei gelernt habe, Wenn er sich auch einiger Eigentümlich- 
keiten in der Behandlung der Tempera bedient haben mag. Sein 
Stil hat auch, soweit sich dies aus den wenigen sicher nachweis- 
baren Werken, einem wMadonnenbilde mit Engeln und Heiligenx 
aus S. Lucia. de' Bardi, jetzt in den Ufüzien, und einem jetzt in 
der Nationalgalerie zu London befmdlichen xMadonnenfreskoe 
erkennen lässt, nichts von venetianischer 'Art an sich, sondern 
erscheint jenem des Andrea de] Castagno verwandt. Doch verrät 
der Künstler weniger Derbheit und Frische als dieser, sondern 
vielmehr ein sorgfältigeres Studium der Form und des Nackten, mehr 
Exaktheit des Umrisses und Empfänglichkeit für die Einüüsse der 
übrigen gleichzeitigen Meister, vorab des Filippo Lippi (K1. B. 662). 
Er starb zu Florenz am 15. Mai 1461. 
Die letztgenannten Maler überbot an künstlerischer und 
speziell malerischer Begabung und an Popularität Fil ip p o Li p p i, 
als der Sohn eines Fleischers um 1406 in Florenz geboren. 
Arm und frühzeitig verwaist war er als Knabe in das seiner 
Geburtsstätte nahe Karmelitenkloster gebracht worden. Wenn sich 
daher das Mänchsleben des lebensfrohen Iünglings wesentlich anders 
gestaltete als das seines älteren Zeitgenossen Fra Giovanni, so kann 
das ebensowenig ihm allein zur Last gelegt werden, als verlangt 
werden darf, dass seine Kunst aus mänchischen Anschauungen 
entspringen musste. Ernsten Studien unzugänglich, scheint der 
Iunge, ehe er sein Noviziat hinter sich hatte (1421), sich. auch 
noch nicht mit der Kunst beschäftigt zu h-aben, Es erscheint 
auch fraglich, ob er jemals regelmässigen Unterricht genossen, Wenn
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.