Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632890
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Die 
Italiens 
Malerei 
im 
Trecento. 
im Museum zu Palenno ganz in der sienesischen Weise be- 
fangen, während Francesco Neri da Voltri in Pisa 
gemischte Eindrücke empfmg, und Barnaba du Modena, 
der jedenfalls frühzeitig nach Genua gelangte, in allen seinen 
Madonnentafeln der Galerien zu Frankfurt (von 1367), zu 
Berlin (von 136g), zu Turin (von 1370), bei Lord XVensley 
(von 1374), zu Pisa und Modena (ohne Datiefung) und in 
S. Giovanni zu Alba (von 1377) die sienesisch-umbrische Weise 
erkennen lässt. 
Eine erfreulichere Erscheinurlg bietet VGFOHH dar. Nach- 
dem auch diese Stadt lange gezügert, sich dem EinHusse der 
Werke Giottos zu erschliessen, wie Turone da Verona 
zeigt, entfaltete sich dort mit Aldighieri da Zevio der 
Giottismus erfolgreicher als irgendwo sonst aussqerhalb Florenz. 
Seine Fresken mit Szenen aus der Zerstürung von ]erusalem 
nach Flavirls Josephus im Palazzo Scala sind leider verloren, 
erhalten aber sind die Freskencyklen von zwei Kapellen des 
Santo in Padua, nämlich der Capella S. Giacomo jetzt S.Fe1ice 
mit Szenen aus dem vLeben des hl. Jacobus majore und der 
Capella S. Giorgio mit wGeschichten des 111. Georg und der 
hhl. Katharina und Luciaa. Freilich hatte an der Ausführung 
ausser andern der Veronese (oder Bolognese?) Jacopo 
Avanzi nicht umvesentlichen Anteil, doch die Leitung, der 
beste Teil und somit der Ruhm dieser nächst den Arbeitera 
Giottos besten Werke des 14. Jahrhunderts in Oberitalien ge- 
bührt dem Aldighieri. Seine Überlegenheit über Jacopo Awfanzi 
beweisen übrigens auch des letzteren (jetzt sehr reduzierte) Fresken 
in S. Michele zu Padua. Die beiden gleichzeitig in Padua 
arbeitenden Florentiner, Cennino Cennini und Giusto 
Menabuoi (T 1400), vermochten den raschen Rückgang nach 
Aldighieris Heimkehr nicht zu hemmen. Guariento aber, 
wahrscheinlich in Padua geboren und gebildet, folgte früh einem 
Rufe nach Venedig. Die Reste seiner Wandmalereien in der 
Capella Maggiore der Kirche der Eremitani und in einer seit 
1769 der Akademie der Wissenschaften eingeräumten Kloster- 
kirche in Padua, wie zwei Kruzifixtafeln im Dom und in der 
Pinakothek zu Bassano zeigen übrigens, dass er die Eindrücke 
von Giottos Arenafresken mit den byzantinischen Reminiszenzen 
Vcnetiens verband. 
In entschiedener Dürftigkeit verharrt im 14. Jahrhundert 
die Lombardei, zu deren Kunst jene des zu den Florentinern 
gehärigen Giovanni da Milano nicht gerechnet werden
        

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