Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632862
Das 
Italien. 
übrige 
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jenen Orten erfreute, wohin sie von Florenz oder Siena aus ge- 
tragen wurde. Es bestand zwar in allen grüsseren Städten von 
Venedig bis Palermo gleichzeitig mit dem Erstehen des Cirnabue, 
Giotto und Duccio wenigstens einiger Betrieb, wenn auch zum 
grüssten Teil in Abhängigkeit einerseits von der Mosaikarbeit, 
anderseits von der Illumination. Durchgängig jedoch war dieser 
eine unmittelbare Fortsetzung der sogenannten byzantinischen 
Art, welche in fast tausendjähriger Eingewühnung in Italien noch 
mehr als in den übrigen Ländern der" Christenheit eine gewisser- 
massen doginatische Geltung in der fast ausschliesslich kirch- 
lichen Kunst erlangt hatte. Fehlte es dabei auch nicht ganz an 
individuellen und lokalen Zügen, so waren diese keineswegs von 
der Art, an dem ganzen Charakter eine wesentliche Besserung zu 
erwirken. Drang und Ffihigkeit zu einem wirklichen Aufschwung 
erwachte in dem durch Iahrhunderte hindurch entwicklungslosen 
Betriebe erst durch Horentinische und sienesische Impulse. 
Die Schablonenmässigkeit des Byzantinismus erleichterte 
der sienesischen Kunst, welche selbst dieses Element nie ganz 
abzuschütteln vermochte, das Eindringen in die italienischen 
Werkstätten mehr als der Horentinischen. Daher das Über- 
wiegen sienesischer Einflüsse in den nächstbenachbarten tos- 
kanischen und mnbrischen Gebieten. 
So in Pisa, das trotz seiner erfolgreichen baulichen und 
bahnbrechenden plastischen Thätigkeit selbst keinen Maler von 
hervorragender Berleutung zu verzeichnen hat, und sich deshalb 
auf Horentinische und besonders sienesische Aushilfe angewiesen 
sah. Denn ein Betto und Turino Vanni, ein Iacopo di 
Michele, ein Cecco di Pietro, Getto di Giacobbe, 
Andreoccio di Bartolomeo, ihrer Richtung nach zu Siena. 
inklinierend, konnten sich kaum mit dortigen Malern zweiten 
Ranges messen. Dasselbe gilt von Luxcca, wo wir einen Angelo 
Puccinelli thätig fmden.   
Noch entschiedener gestaltet sich das sienesische Uber- 
gewicht in den nächstliegenden Gebieten Umbriens, vorab in 
Gubbio und Fabriano. In der ersteren Stadt hatte der Illu- 
minator Oderisi, der zRuhm Agubbiose, wie ihn Dante nennt, 
um 1300 sich über seine Zeitgenossen erhoben. Der miniaturi- 
stische Stil xferbunden mit Einwirkungen der Mosaicistenschule 
von Gubbio, haftet auch dem ersten nennenswerten Tafel- und 
Freskomaler Guido Palmerucci an, welcher als ein Zeit- 
genosse des Simone di Martini auch zweifelios sienesische Ein- 
flüsse empfmg. Diese Kombination giebt ebenso den weiteren
        

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