Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632853
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Die 
Italiens 
Malerei 
Trecento. 
im 
der sienesischen Schule um die Wende von 1400, enfaltete er 
in Siena, Genua, S. Gimignano, Pisa, Perugia und vielleicht 
auch in Padua eine rege und begehrte Thätigkeit. Von der 
nicht geringen Zahl erhaltener und datierter Werke zeigen zwar 
alle mehr oder weniger die archaistische Tendenz, erheben sich 
jedoch gelegentlich auch zu anerkennenswerter Lebhaftigkeit 
der Bewegung. S0 die Fresken der Sakristeikapelle von S. Fran- 
cesco in Pisa von 1797, die wMad0nnen44 in dem Oratorium 
von S. Caterina delle Notti zu Siena. und in S. Francesco zu 
Perugia. von 1400 und 1403, die vSendung des hl. Geistesx in 
S. Agostino zu Perugia von 1403, die wGeburt Christia in der 
Servitenkirche zu Siena von 1404, die wMarienlebena-Fresken 
der Kapelle des Palazzo Pubblico zu Siena von 1407 und 
namentlich die saallegorischen und antiken Gütter- und Helden- 
gestaltena im Christophorussaale desselben Palastes von 1414. 
Neben seinem altertümelnden Byzantinismus macht sich aber 
auch mehr und mehr und längst vor seinem letztdatierten Werk, 
den phhl. Nicolaus und Petrusa im Oratorium von S. Antonio 
in Volterra von 1418, bemerklich, dass er sich gerne fabrik- 
mässig wiederholt und in geläufrgen Typen bewegt. Doch immer 
mit soviel technischen Qualitäten, dass er alle seine späteren 
Zeitgenossen und Nachfolger, wie Martino di Bartolomeo, 
Giovanni di Pietro, Gregorio di Cecco, Alvaro Pirez 
d'Evora, sämtlich Nachfolger des Taddeo, verdunkelt. 
Steht demnach Siena in seiner Unfähigkeit, sich dem Bann 
der Tradition zu entziehen, an Wichtigkeit für die italienische 
Kunstentwicklung dem bahnbrechenden Florenz entschieden nach, 
so werden wir es doch dem ganzen übrigen Italien ausser 
Florenz im 14. Jahrhundert überlegen fmden. 1a gerade sein 
Archaismus befähigte es kaum minder als die frische Lebens_ 
wärme des Giottismus, auf die in gleichem Byzantinismus ver- 
sunkenen Nachbargebiete von Einüuss zu werden, wie dies ins- 
besondere selbst die Florenz nächstliegenden Städte zeigen. 
Das 
übrige 
Italien. 
Jedenfalls ist die ans Vasaris Bericht erwachsene Auf- 
fassung richtig, dass im 14. Jahrhundert die italienische Malerei 
im wesentlichen auf Florenz und Siena besqhränkt war, und 
dass sie sich sonst einer nennenswerten Bethätigulag nur an
        

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