Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632827
Siena. 
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Abhängigkeit. Doch vermag Lippo auch, wenn anders die Tafel 
mit dem hl. Agostino Novello in S. Agostino zu Siena in ihrem 
Entwurfe nicht von Simone selbst herrührt, diesem ganz eben- 
bürtige Qualitäten zu entwickeln, immer verbunden mit ähnlicher 
Miniaturartigkeit der Detailausführung, die er auch als Illuminator 
(Antiphonarien und Missale in der Collegiata. von S. Gimignano) 
glänzend bethätigte. Unser Interesse für den Meister würde sich 
jedoch steigern, wenn sich erweisen liesse, in wie weit er an den 
F resken des Kapitelsaales von Santa. Maria Novella, jetzt Capellone 
degli Spagnuoli genannt, beteiligt war. Dem Simone nämlich, 
welchem Vasari die Fresken von dreiWänden daselbst zuschreibt, 
künnen sie in gleicher Weise wie das vierte von Vasari fälschlich 
dem "Faddeo Gaddi zugeschriebene Wandgemälde des wTriumphes 
des hl. "Fhonaas von Aquim, abgesehen von ihren künstlerischen 
(Qualitäten schon aus dem Grunde nicht zugeteilt werden, weil 
das Gebäude erst 1350 entstand, und die Gemälde 1355 noch 
nicht vollendet waren, während der Tod Simones im Iahre 1344. 
gesichert ist. Da. nun die Malereien sicher sienesischen Cha- 
rakters sind, kann wohl an Simones Gehilfen und Nachfolger 
Lippo Mennni gedacht werden, wobei die Mitwirkung und 
spätere Arbeit anderer sienesischer und selbst florentinischer 
Meister wie Antonio Veneziano oder Andrea da Firenze nicht 
ausgeschlossen ist. Denn Lippo Memmi überlebte seinen 
Meister und Schwager um 12 Jahre, welche er keineswegs bloss 
mit der Vollendung der von Simone bei seiner Übersiedelung 
nach Avignon unvollendet zurückgelassenen Malereien ausgefüllt 
haben dürfte. 
Wenig Rühmliches ist von den meisten übrigen Nachfolgern 
Simones zu berichten. Obenan steht Berna oder Barna, welcher 
Simones und Lippos Art mit jener der ältern Schule Duccios 
verbindet, und wenigstens in seiner Hauptarbeit, den vPassions- 
freskenx auf der rechten Seite der Kirche von S. Gimignano 
di Val d'E1sa nicht ohne Verdienst erscheint, und jedenfalls 
seinen Genossen Naddo Checcarelli wie auch seine eigenen 
Schüler Giovanni d'Asciano undv Luca Tome überragt. 
Dasselbe gilt von den in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts 
thätigen Sienesen Lippo Vanni und Giacomo di Mino, 
genannt '11 Pellicciajo. 
Nur in den Gebrüdern Lorenzepti fmden wir wieder 
Künstler hüheren Ranges. Der ältere, Pietro Lorenzetti, 
zu Ende des 13. Jahrhunderts geboren, erweist sich in seinen 
Früharbeiten, wie in der xMadonna mit sechs Engeln und einc-m 
Reber, Geschichle. 3
        

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