Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632803
Siena. 
3x 
werk, das 1315 gemalte Fresko im grossen Ratsaal des Palazzo 
Pubblico zu Siena, die wthronende Madonna unter einem von 
den beiden Apostelfürsten und den beiden Johannes getragenen 
Baldachin in ügurenreicher Umgebung von Engeln und Heiligene 
darstellend, zeigt die I-Iauptfrgur wie die Engel und weiblichen 
Heiligen überaus reizvoll und vornehm und von gesteigerter 
Zartheit und Jugendschünheit. Geblieben aber ist die trockene 
handlungslose Komposition mit dem dichten Nebeneinander 
der meist nach vorn gerichteten Figuren, wenn auch der 
Künstler gelegentlich das Bestreben zeigt, sich der früheren 
Unbeweglichkeit zu entschlagen; geblieben ist auch der byzan- 
tinische Überreichtum des Beiwerks, insbesondere in den 
reliefierten goldenen Nimben und Gewandsäumen, an welchen 
bei de1n Madonnenbild sogar die Einsetzung von bunten Glas- 
stücken in Imitation von Edelsteinbesatz nicht verschmäht wird. 
Kaum geringer scheint das Tafelw-erk gewesen zu sein, welches 
nach 1320 für S. Caterina in Pisa entstand, von welchem sich 
aber nur einige Stücke, die Brustbilder Mariens und von sechs 
Heiligen im Seminar und in Äder Akademie von Pisa erhalten 
haben. Ebenso eine Tafel ähnlicher Art, welche vom Hoch- 
altar der Dominikanerkirche zu Orvieto in die Fabbricceria des 
Doms daselbst gelangte, wie auch die ebenda befindliche 
Madonna-Halbfigui" aus der Sakristei von S. Francesco. 
Auch Simones Berufung nach Assisi und der unmittelbare 
Einfiuss der dort befmdlichen Werke Giottos vermochte den 
byzantinischen Bann nicht vüllig zu brechen. Trotz aller Sorg- 
falt der Durchführung, Lieblichkeit des Ausdrucks, Leichtigkeit 
der Gewandung und Gefälligkeit des Kolorits vermochten die zehn 
die wLegende des 111. Martina darstellenden Fresken (K1. B. 
241, 325), welche Simone in der Kapelle des Kardinals 
Gentili in der Unterkirche von S. Francesco malte, in Kompo- 
sition und Lebendigkeit der Handlung die Schäpfungen des 
-grossen Florentiners auch nicht entfernt zu erreichen. Ebenso 
wenig im Heldenbildnis, in welchem die rivalisierenden Sienesen 
nicht hinter den Florentinern zurückstehen zu dürfen glaubten, 
wie das 1328 von Simone gemalte lebensgrosse vReiterbild des 
Guidoriccio da Folignanoa, des Siegers von Montemassi und 
Sassa Forte, im Ratsaal dem obengenannten Fresko gegenüber 
beweist. Es konnte schon damals nicht entgehen, dass die 
"Stärke der sienesischen Kunst nicht im Historien- sondern im 
zuständlichen Andachtsbilde und vorab im Marienbilde lag und 
dass man auch im grässten Massstab nicht über die Qualitäten
        

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