Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636513
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Deutschland. 
war, Deutschland auch ohne eigene Initiative ergriffen haben. 
Dass es zu beklagen war, glauben wir nicht. Es war der beste 
Weg, ans der xferbuhlten Koketterie des Rokoko herauszufinden 
und die Kunst wieder in eine ernste Bahn zu leiten. Goethe 
konnte in seiner Schätzung der einzelnen Persünlichkeiten Seiner 
Kunstulngebrlng manchen Fehlgriff thun, im Prinzip aber hnt er 
sich gewiss nicht geirrt. 
Die klassische Auffassung, wie sie einem Thorwaldsen, 
Canova und Jacques Louis David eigen war, war indes bei Anto n 
Raphael Mengs keinesivegs prinzipiell. Geboren ais der Sqhn 
eines siichsischen Hofniiniaturrnaiers zu Aussig in Bähmen 1728, 
gest. 1799 in Rom, war er ais Manierist erzogen (K1. B. 342) 
und wurde erst dur-ch den Verkehr mit Winckelmaiun mit der 11n- 
tiken Richtung bekannt. Der wParnassx in der Villa Albani sollte 
aber nicht viel mehr sein, als ein Versuch, das landübliche ekiek- 
tische Wesen durch Studien nach antiker Plastik zu ersetzen. 
Auch trat damit der KÜÜSÜEI" keineswegs in eine neue Phase 
seiner Kunst, welche eklektiscia und manieristisch blieb bis an sein 
Ende. Dasselbe gilt von Wilhelm Tischbein, geb. zu Hahia 1751, 
gest. zu Eutin 1829, und noch mehr von Angelica Kaufmann, 
geb. 1741 zu Chur, gest. in Rom 1807, mit welcher Beurteilung 
jedoch ihre technische Tüchtigkeit und ansprechende Weise 
ebensowenig herabgesetzt werden soll, wie jene des Mengs, welche 
in ihrer Weise und unter den deutschen Zeitgenossen den Welt- 
ruhm ihrer Periode immerhin VCTdiCHCH mochten (K1. B. 1655;, 
Als Klassicist von reinem Wasser kann in Deutschland nur jakob 
Asmus Carstens gelten, 1754 bei Schleswig geboren und 1798 
nach schwerem und iiusserlich erfolglosem Ringen in Rom ver- 
storben. Mehr ais die letztgenannten Lieblinge der Zeit und 
künstlerisch hüher stehend als diese, Üffnete er der Kunst des 
19. jahrhunderts die 'lihore, Wenn es ihm auch nicht vergünnt 
war, mehr ais eine Anzahl von Entwürfen (jetzt grossenteils im 
Museum zu Weimar) der Nachwelt zu hinterlassen.
        

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