Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636425
siebzehnten Iahrhundert. 
Im 
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wie an der wAnsicht Frankfurtsa im städtischen Museum daselbst 
und an den xMiniaturbildchen aus dem Marienlebem zu Berlin in 
der landschaftlichen Naturbeobachtung ebenso die Tradition Grüne- 
walds wie in den Figuren Dürerstudien verrät. Kein Wunder, 
dass seine früheren rämischen Arbeiten, wie die xjudithx in 
Dresden, der whl. Martinc: in Berlin, die wMarter des hl. Laurentiusa 
in München und das wOpfer zu Lystrzw im Städelschen Institut zu 
Frankfurt hüchst unsicher wirken. Denn seine von vorneherein 
auf Stimmung ausgehende Entwicklung Iiess ihm die rümische 
Schule frelndartig und erst die gelegentliche Kenntnisnahme von 
Werken Correggios diesen als den Meister erscheinen, welchen er, 
wie die wAnbetung des Kindesr: in der Galerie Czernin und die 
wRuhe auf der Fluchta in der Kaiserlichen Galerie zu Wien zeigt, 
ganz zu würdigen vermochte. Darauf deuten auch seine ver- 
einzelten Bildnisse (K1. B. 671). 
Mehr und mehr aber entfaltete sich inzwischen sein Sinn für 
die landschaftliche Natur, woran wohl die mitgebrachte Neigung, 
die Einwirkungen der Campagna und dans Vorbild Caraccis, an 
welchen namentlich die Landschaft im Museum zu Braunschweig 
gemahnt, gleichen Anteil haben. In deln Masse aber, in welchem 
er sich in den stillen Zauber des Albaner und Sabinergebirges 
einlebte, gab cr sich auch mehr und mehr den eigenen Natur- 
eindrücken und dadurch hervorgerufenen Stimmungen hin. Jetzt 
erscheinen jene berückenden Morgem, Mittag- und Abendszenen, 
ja selbst Mondlandscluaften mit Sternengeüirrnner und Rastfeuern, 
wobei Landschaft und Staffage nicht ais Dinge für sich und 
nur willkürlich zusammengestellt erscheinen, sondcrn sich gegen- 
seitig ergänzerx. 1n der That kännte die Landschaft dem ügür- 
lichen Teile eines Bildes nicht passlicher entsprechen, als in dem 
vBacchus unter den Nymphen von Nysar im Städelschen Institut 
zu Frankfurt, in der won einem Satyr belauschten Nymphea in 
Berlin, im rflfempelgang der Tochter der Aglaiaar in den UfHzien, 
in der wVenusa der Akademie zu Wien oder in der xVerspottung 
der Ceresa in der Galerie des Prado zu Madrid. Oder von 
biblischen Darstellurxgen in dem wVerrat ]osephs durch seine 
Brüdere in Dresden, in wHagar und Ismaela in den UfHzien, in 
der lwFlucht nach Egylutena, wbei Tagesbeleuchtungr: in Dresden, 
wim Abendlichta zu Chatsworth," xberNachta in München, im 
Louvre und in der Liechtensteingalerie zu Wien, im vGang nach 
Emause in der Galerie zu Aschaffenburg. Seltener erscheinen 
Allegorien, wie die wjagd nach dem fiüchtigen Glückerc (nach 
Sandrart wDas Opfer der Menschen um Erfüllung ihrer Wünscheq)
        

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