Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636211
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Spanien. 
Rosa, aber in seiner tonigen Farblosigkeit echt spanisch. Ein 
vereinzelter Marinemaler, Henrique de las Marinas, 162e bis_ 
1680, verdient nur genannt zu werden. 
Mit Tobar und Llorente hatte sich die spanische Kunst wie 
sie Velazquez und Murillo geschaffen, um die Mitte des 18. Jahr- 
hunderts in einer Schar von bedeutungslosen Manieristen aus- 
gelebt. Ihre Arbeiten machen es begreiflich, dass die spanischen 
Känige Ausländer an ihren Hof beriefen, wie nacheinander die 
Italiener Luca Giordano, Jacopo Amigoni, Giambattista. Tiepolo 
und den Deutschen Raphael Mengs, freilich ohne durch diese 
Kräfte, wenn wir etwa Tiepolo ausnehmen wollen, die ein- 
heimischen entschieden zu überbieten. Auch wiiren die beiden 
letzteren überüüssig gewesen, denn gleichzeitig mit ihrer Thiitig- 
keit war ein recht tüchtiges einheimisches Talent, der einzige grosse 
Künstler Spaniens im 18. Jahrhundert, herangereift, nämlich 
Francisco Goya y Lucientes, geb. 1746 zu Fuendetodos in 
Aragon, gest. 1828 in Bordeaux. Allein er kam erst kurz vor 
der Revolutionszeit zur Geltung, und hat auch seine letzten Lebens- 
jahre ausserhalb seines Vaterlandes verlebt. 
Sein frühester bedeutender Auftrag, nach seiner 1776 er- 
folgten Rückkehr aus Rom, bestand in einer Reihe von Gobeliri- 
Katrtons mit Genredarstellungen aus dem spanischen Volksleben, 
in welchen er sich, wie die 38 Kartons im Madrider Musemn 
und die ausgeführten Gobelins im Prado-Schloss zu Madrid und 
im Escorial zeigen, als den spanischen Teniers darstellt. Später 
(1783) mit Freskomalereien in der Kathedrale von Zaragoza und 
sechs Iahre später (1789) auch in der Kirche S. Antonio de la 
Florida zu Madrid beschäftigt, flnden wir ihn unter dem Ein- 
Huss Tiepolos, der indes stets mit einem hellfarbigen und dreisten 
Realismus verbunden bleibt, wie wir ihn auch an zahlreichen 
Altarbildern gewahren. Dieser schien ihm freilich besser zu zeit- 
geschichtlichen Historienbildern "zu passen, von welchen wir einige 
verdienstliche Darstellungen aus der franzäsischen Invasionszeit 
jetzt im Museum zu Madrid f1nden. Allein Wenn auch diese, 
wie seine Bildnisse, nächst den Geschichtsbildern der Amerikaner 
Copley und West das modernste sind, was jene Zeit hervor- 
gebracht, so gebührt doch seinen spanischen Genredarstellungen 
der Vorzug, wie sie das Landhaus der Herzoge von Ossuna bei 
Madrid, die Akademie zu Madrid und mehrere spanische Privat- 
sanumlungen besitzen. Da aber stets (las helle und etwas scharfe 
Kolorit der künsterlichen Wirkung seiner Gemälde einigen Ein- 
trag thut, so steht der Meister wohl in seinen meisterluaften Radie-
        

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