Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636188
Velazquez 
und 
Murillo. 
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ist. Sie verbinden eine ungewühnliche Pracht und Kraft der 
Farbe durch meisterhafte Lichtführung zu einer Harmonie, welche 
zwar nicht hüher steht als an" anderen Werken Murillos, aber 
noch volltünender erscheint. Sonst besitzen wir noch die Datie- 
rungen des zwischen 1670 und 1674 gemalten Cyklus des Hospitals 
von Sevilla, von welchem sich die grässten Stücke, wie das 
wWasserwLmder Mosise, die wBrodvermehrung Christicc (K1. B. 665) 
und der 2h]. Juan de Dios als Krankenträgercc noch an Ort und 
Ste11e befrnden, während die rhl. Elisabeth als Krankenpüegerincc in 
die Akademie zu Mzrdrid, vier kleinere aber in englischen Privat- 
besitz und in die Eremitage von St. Petersburg gelangt sind. 
Zwischen 1674 und 1676 entstanden die zahlreichen Gemälde 
für die Kapuzinerkirche zu Sevilla, welche sich jetzt grüsstenteils 
(17 Stück) im Museum zu Sevilla beünden, meist Madohnen- und 
Minoritendarstellungen, in welchen der Künstler unter der Ver- 
stärkung der mystisch-visionären Auffassung bereits zu leiden be- 
ginnt. Vom Jahre 1678 stammt dann die berühmte wImmaculataz 
im Louvre, und aus seinen letzten Jahren die grosse xVermählung 
der hl. Katharinaa in der Katharinenkirche zu Cadiz (K1, B. 570), 
erst nach seinem Tode durch Schülerhand vollendet. 
Dazu kommen noch über 300 undatierte Bilder, von Welchen 
die Kindergenrebilder an erster Stelle zu rühmen sind. Von 
diesen beünden sich nicht weniger als fünf in der Pinakothek zu 
München (K1. B. 53) andere in der Nationalgalerie, in Du1wich- 
College und in der We1lingtonsamm1ungiu London, in der kaiser- 
lichen Galerie zu Wien (K1. B. 552), in der Eremitage zu Peters- 
burg (K1. B, 612), im Lpuvre und in der Galerie des Prado. Die 
Harmlosigkeit und Selbsfgenügsarnkeit dicser Kindergnxppen, ihre 
Konzentriertheit auf ihre Nahrung, ihr Spiel, ihren Gewinn u. s. w. 
ist dem Sevillaner Strassenleben in einer Weise abgelauscht, dass 
diese Darstellungen, wenn sie auch ähnliche des Velazquez an 
Schneide und Bestimmtheit nicht erreichen, ihnen doch an Empün- 
dungsreiz, Zartheit und Schünheit überlegen erscheinen. Von den 
undatierten religiüsen Bildern, von welchen sich ausserhalb Spanien 
zahlreiche in den verschiedenen Museen Europas befmden, nennen 
wir noch. die vhl. Familier: im Louvre (K1. B. 6), die xlnrmaculalaa 
und rjohannes der Täufera in der Eremitage zu St. Petersburg 
(K1. B. 372. 408), wjohannes von Gott und der Krüppelac in der 
Pinakothek zu München (K1. B. 347) und der zhl. Anroniusw in der 
SammlungGerau daselbst (K1. B. 545). Die meisten befmden sich in 
Madrid (K1. B. 24) und Sevilla (K1. B. 66. 389. 534. 576. 695). 
1m ganzen kann man wohl sagen, dass die späteren, welche die 
Reber, Geschichle. 34
        

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