Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636171
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Spanien. 
bildet, wäre dieser vielleicht nie in dem Masse, wie es Wirklich 
geschehen, aus dem Bann seiner heimatlichen Kunst gelangt, 
wenn nicht Pedrov Moya, der in letzter Stunde der Unterweisung 
Van Dycks teilhaftig geworden, 1642 aus London nach Sevilla 
zurückgekehrt wäre. Von dessen weicher van Dyckschen Art ent- 
zückt, begab sich nun Murillo gleichfalls auf die Wanderschaft, 
um in Madrid, von seinem älteren Landsmann Velazquez unten 
stützt, seine bisherige Kunst durch Studien nach den Tizian, 
Ribera, Rubens und Van Dyck der küniglichen Sammlung zu 
erweitern. Aus diesen und im Zusammenhang mit der Kunst des 
Velazquez entwickelte nun der Sevillaner seinen Stil mit einer 
selbständigen Kraft, welche ihn davor bewahrte, Nachahmer und 
Manierist zu werden. S0 konnte er schon 1645 als fertiger 
Meister nach Sevilla zurückkehren, wo er auch bis zu seinem 
Tode verblieb, im Gegensatz zu Velazquez hauptsächlich mit dem 
Kirchenbild beschäftigt, das seiner schwärmerischen Frümmigkeig 
mehr entsprach als mythologische oder Porfrätdarstellung. 
Der Unterschied zwischen den vor 1642 entstandenen 
Kirchenbildern und den nach des Murillo Rückkehr aus Madrid 
gemalten ist unverkennbar. Denn während die vMadonna mit 
Petrus, Paulus und Dominikusr im Colegio S. Tomas, wie die 
xViSiOH eines Franziskanerse im Fitzwilliam-Museum zu Cambridge 
noch von der Härte der älteren Sevillaner Kunst und speziell 
jener des juan del Castillo sind, iänden wir in dem 1646 gemalten 
Cyklus des Pranziskanerklosters zu Sevilla, dessen elf Bilder jetzt 
im Louvre, in der Akademie zu Madrid, in den Sammlungen 
Dudley in London, Pozzo di Borgo in Paris und Ch. B. Curtis 
in New York bewahrt sind, zwar noch eine gewisse jugendliche 
Sprüdigkeit, aber schon die zarte duftige Realität und Wahrhaftigkeit, 
welche, als das Erzeugnis seiner mystischen Religiüsität, selbst 
ekstatische Schwärrnerei und visionären Supranaturalismus in die 
Sphäre der Wirklichkeit zu rücken vermochte, wie dies keinem 
anderen Meister gelungen war, 
Die volle Reife tritt uns dann schon von den fünfziger 
Jahren an entgegen. S0 in der nGeburt Mariäe von 1655, im 
Louvre, und in der vVision des hl. Franziskusa von 1656 im Bapti- 
sterium der Kathedrale von Sevilla. Leider sind weiterhin nur 
mehr wenige Gemälde datierbar. S0 noch die vier 1665 für 
S. Maria la Blanca. in Sevilla gemalten Darstellungen, Von welchen 
sich die wlmmaculataa im Louvre, und die zwei Bilder der 1) Gründung 
der Basilika von S. Maria Maggiorerr in der Akademie zu Madrid 
befmden (K1. B. 659), das vierte jedoclm nicht mehr nachweisbar
        

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