Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632755
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Die 
im 
Italiens 
Malerei 
Trecento. 
bezüglich der von Vasari genannten Schüler des Orcagna fehlt 
es nicht an Zweifeln, so bezüglich des Francesco Traini, 
dessen Werke in der Akademie und im Seminar zu Pisa zwar 
nicht ohne Verdienst aber von wenig Zusammenhang mit Orcagna. 
sind, wie des Mariotto Nardi und Niccolo di Tommaso. 
Mehr Erfolge hatte die Gaddfsche Schule zu verzeichnen- 
So zunächst in Taddeos Sohn Agnolo Gaddi (1333?_13g6) 
einem seinerzeit geschätzten Meister. Die Fresken in der Kapelle 
der Madonna del Cingolo in der Pieve zu Prato mit den Dar- 
stellungen aus der wLegende des hl. Gürtelsc, ein der Frühzeit 
des Meisters angehüriges WVerk, zeigt schon den Rückgang zu 
Manier und Konventionalismus, den Nachlass der Sorgfalt und 
des Naturstudiums. Ist auch der Gesamteindruck in Komposition, 
Form und Kolorit ein gefälliger, so ergiebt sich doch bei ge- 
nauerer Betrachtung, dass die etwas dekorative Art Taddeos bei 
Agnolo oft in OberHächlichkeit ausartet. Von bedeutenderer 
Wirkung sind trotzdem die Malereien aus der vvKreuzlegendec 
im Chor von Santa. Croce in Florenz, bei welchen die Belebtheit 
der Darstellung wie ein gewisser, wenn auch nicht tiefer Zug 
von Grossartigkeit die gerügten Mängel vergessen machen. Bei- 
spiele seiner Art geben die beiden Altärilügel mit den Figuren 
der Heiligen Nikolaus und julianus in der Pinakothek zu München. 
Von unbestreitbar hüherer Bedeutung ist sein und Orcagnas 
Zeitgenosse Antonio Veneziano (geb. um 1315, gest. nach 
1388). Keineswegs selbst aus der Lagunenstadt eingewandert, 
sondern vielmehr nach der Einwanderung des Vaters von 
Kindesbeinen an in Toskana erwachsen, scheint er spät erst 
von dem jüngeren Agnolo wenigstens seinen letzten Unterricht 
empfangen zu haben. Erst seit 1374 in Florenz zünftig nach- 
weisbar, erschliesst er sich unserer Kenntnis, da ihm die Gel- 
wülbefresken der spanischen Kapelle von S. Maria. Novella 
nicht mit vülliger Sicherheit zuzuteilen sind, nur mehr in den 
drei Fresken mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Rainer, 
welche nach einer Zahlungsnotiz des Campo Santo von Pisa 
von 1386 sein Werk sind. Sie verraten einen stark realistischen 
Zug und eine Sorgfalt der Ausführung, welche ihn von dem 
Konventionalismus der GaddYschen Gruppe vorteilhaft uhter- 
scheiden, sodass wir ihn als eines der wichtigsten Übergangs- 
glieder von der Kunst des Trecento zu jener des Quarrocento, 
speziell zu Masaccio zu betrachten haben. 
Ihn überlebte Spinello di Luca Aretino(1" 1410), 
aus der Schule Jacopo Casentinos und Taddeo Gaddis hervor-
        

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