Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636161
Velaztluez 
und 
Murillo. 
s67 
Meisters, die wÜbergabe v0n Bredar, erscheint wie eine Zusamnuen- 
stellung von Porträtüguren, jedoch durch eine unvergleichliche 
Lichtführung zur Einheit verbunden. Auf einzelnen Modellstudien 
beruht auch das Genrebild der wTeppichWeberinnena in der Galerie 
zu Madrid, durch breite und Hotte Technik seine spätere Zeit 
verratend, ein durch seine Figuren wie durch den Raum ent- 
zückendes Meisterwerlz, welches, einfach Natur und Wahrheit, selbst 
ein späteres Schützen- oder Regentenstück eines Hals als manie- 
riert erscheinen lässt. 
Überwiegend mit dem Bildnis beschäftigt schuf et nament- 
lich eine stattliche Reihe von verschiedenartigenPorträts für den 
Hof, vom Künig (K1. B. 255. 558) bis zu den Hofzwergen (K1. B. 497) 
und Hofnarren herab. Leider waren Philipp IV. und seine Frauen 
keine günstigen Modelle, und noch wcniger kleine Prinzen und 
Prinzessinnen, wenn es auch innner noch eine dankbarere Aufgabe 
war, den sechsjährigen Don Baltasar Carlos zu Pferd als kleine 
Hachshaarige Mädchen in unfürmlichen Reifrücken zu malen. Aber 
was er auch aus den ungünstigsten Aufträgen zu machen wusste, 
zeigt das herühmte Bild der sog. zHofdanxem (Las Meninas), auf 
welchem die kleine Prinzessin Margarita Maria, zwei Hofdamen, 
Zwerg und Zwergin und Hund sich im Vordergrunde beiinden. 
Denn im Mittelgrunde sehen wir den Maler selbst an einem 
Bilde beschäftigt, auf welchem wir wohl das Künigspaar denken 
dürfen, denn ein Spiegel an der Schlusswand zeigt uns dieses in 
einer Luftwirkung und Tonperspektive, dass jeder Zweifel aus- 
geschlossen ist, der Künstler üxiere eben seine etwa an der Stelle 
des Beschauers befmdlichen käniglichen Modelle (K1. B. 629). Die 
Porträtwirkung und spontanste Charakteristik ist übrigens zm allen 
den zahlreichen Einzelbildnissen die gleiche, mügen nun Fürstlich- 
keiten oder Geriugere, ein Papst, ein Kardinal (K1. B. 226) oder ein 
einfacher Priester, der Künig oder ein Mädchen, ein Minister und 
Geneml (K1. B. 507, 636), ein Dichter oder ein Possenrcisser dar- 
gestellt sein. Jedes der 60 Werke in der Madrider Galerie, wie auch 
die mehr vereirxzelten in Wien, St. Petersburg, London. Florenz, 
Dresden, Berlin, Frankfurt, München, Schleissheim u. s. w. zeigen 
die volle Urwüchsigkeit des Genies, und auch die spätesten keinen 
Niedergang seiner Schaifenskraft. Der Meister, leider durch seine 
Hofgeschäfte vielfach abgelenkt, starb am 6. August 1660. 
Der zweite Stern am spanischen Kunsthimmel war des 
Velazquez jüngerer Zeitgenosse Bartolome Estäban Murillo. 
In den letzten 'l'agen des jahres 1617 in Sevilla geboren und 
zunächst in der sehr dürftigen Schule des Juan del Castillo ge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.