Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636133
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Slaanien. 
wird. Uns freilich erscheint seine Stellung in dieser Trias ähnlich 
wie jene Cranachs neben Dürer und Holbein, und seine Kunst 
bei allem selbständigen Verdienst noch befangen und archaistisch. 
Aber sein entschiedener Realismus, der trotz der schwärmerisch- 
asketischen Genzütstimmung des Künstlers doch dem idealen 
Formalismus seiner älteren Kunstgenossen so ferne wie nur müglich 
blieb, und trotz einer seltenen Verzückungsfähigkeit jede deklama- 
torische Phrase und Sentimentalität vermied, hat etwas Hochacht- 
bares durch seine lhit schlichtester Überzeugungstreue verbundene 
Ehrlichkeit, Man vergisst vor der Wahrheit dieses Wollens das 
Harte und Sichselbstbeschrälukende, wie seine zuweilen um den 
Preis der Schünheit durchgesetzte Übergewissenhaftigkeit, wenn 
man sieht, dass es dem Meister gelang, foxtgesetzt Münchsbilder 
zu malen, ohne je schematisch und konventionell zu werden. 
Dieses Ziel aber konnte er nur erreichen, indem er stets wieder 
mit neuem Naturstudium begann, und dieses ebenso den Figuren 
wie dem Raum nach seiner perspektivischen wie Beleuchtungsseite 
widmete. 
In noch hüherem Grade als der Sevillaner Zurbaran aber 
würde Josä Ribera verdienen, dem Velazquez zeitlich voran 
und künstlerisch ähnlichwertig behandelt zu werden, wenn dieser 
nicht passender an die Spitze der neapolitanischen Schule zu 
stellen wäre, in deren Zusammenhang wir ihn bereits betrachtet 
haben. Denn dieser gehiirt er nach seiner letzten künstlerischen 
Bildung, wie nach seiner Thätigkeit ebenso an, wie der spanischen 
durch seine Geburt und seine erste Erziehung im Ribaltaschen 
Atelier zu Valencia. 
Ein Jahr nach Zurbaran, elf Jahre nach Ribera erblickte 
Diego Rodriguez de Silva. Velazquez das Licht der Welt, 
im Juni 1599. Von ähnlicher Herkunft wie Rubens, da auch 
sein Vater Juan Rodriguez de Silva ein angesehener Rechtsanwalt 
war, wiihrend seine Mutter aus dem edlen Geschlecht der Velaz- 
quez stalmnte, war auch et zum Gelehrtenstande bestimmt. Allein 
seine glühende Neigung führte ihn der Kunst zu, wobei er in 
Hcrrera el viejo einen dem ersten Rubenslehrer, Adam van Noort, 
ähnlichen Lehrer fand, nach einiger Zeit aber von dessen laeftiger 
Weise zu dem doktrinären, mit dem zweiten Lehrex" des Rubens, 
Otho van Veen vergleichbaren Fr. Pacheco verscheucht wurde. 
Gewiss ist auch, dass er wie Rubens von seinem zweiten Meister, 
trotzdem er dessen Schwiegersohn wurde, weniger annahm, als 
von dem crsten, wie er auch für die Einflüsse einiger nach Sevilla 
gelangter Werke des Ribera und der Hotten Arbeiten des Luis
        

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