Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1636083
Landschaft, Tierstück, 
Stillleben. 
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dann bis an seinen Tod 1692 in Amsterdam thätig und namentlich 
in der Darstellung des weissgetünchten Innern holländischer Kirchen 
ausgezeichnet. Mehr Ruf als beide erlangte und verdiente job 
Berckheyde, 1630-1693, wie sein Brudel- Gerrit, 1638 bis 
1698, Schüler des Frans Hals. Der erstere vorzugsweise mit 
Kircheninterieurs und ausserdem speziell mit der Darstellung des 
Innern der Amsterdalner Bürse oder Stadtansichten beschäftigt, 
und dabei gelegentlich mit dem Reichtum an Staffierung sehr weit 
gehend, entwickelt durch ein küstliches Helldunkel und durch 
weichen Vortrag einen ebenso grossen Reiz, wie Gerrit durch korrekte 
Perspektive und wirksalnen Luftton in seinen Stadtansichten 
(K1. B. 684). Dem letzteren nahe steht der Amsterdarner jan 
van der Heyden, geb. 1637 zu Gorkuln, gestorben 1712 zu 
Amsterdam, welcher in niederländischen ohne alle malerische In- 
szenicrung angeordneten Stadtansiclaten die etwas nüchterne Natur- 
treue mit einer Zartheit der Pinselführung und doch auch mit 
einer Luftwirkung zu verbinden wusste, welche die gegenständliche 
Prosa vergessen lässt (K1. B. 72, 281). Heben wir sonst noch 
Hendrik Cornelisz van Vliet in Delft, 1611-1675, seines 
feinen Tones wegen hervor, so künnen wir die übrigen, einen 
Bartholornaeus van Bassen, gest. im Haag 1652, Anthonis 
de Lorme in Rotterclam, gestorben 1666, Dirk van Delen in 
Middelburg, gest. 1671 und jan van Nikelen in Haarlem nur 
nennen. 
Mit der Landschaft steht das Tierstück in so inniger Be- 
ziehung, dass es schwer ist, beides in bestimmter Grenzlinie zu 
scheiden. Wir künnen uns aber, nachdem schon unter den 
Landschaftern verschiedene Künstler genannt worden sind, welche 
ebensogut erst jetzt eine Stelle iinden künnten, hier begnügen, 
jene Meister zusannnenzustellen, in deren Kunst die Tierdarstellung 
das entschieden Überwiegende ist. Dies müssen wir aber zunfichst 
bei jenen Gefecht- und Iagdbildern an11eh1r1en, bei welchen trotz 
aller Geschicklichkeit der Wiedergabe von Menschen und Land- 
schaft, doch die Pferdedarstellung der eigentliche Zweck ist. S0 
bei Palamedes Palamedesz, geb. 1607 zu London, gestorben 
1638 zu Delft, bei Dirk Stoop , geb. in Utrecht 1610, gestorben 
daselbst 1686, einem offenbar von P. van Laer beeinflussten Künstler, 
und bei seinem ebenfalls nicht sehr bedeutenden Zeitgenossen und 
Landsmann Herlnan van Lin. Als Hauptvertreter des Faches 
aber erscheint der gefeierte Philips Wouwermann, geboren 
1619 zu Haarlenx, gest. daselbst 1668. Reitergefecht, jagd- und 
Pferdesport waren die Hauptgebiete dieses ebenso produktiven
        

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