Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632738
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Malerei 
Die 
Italiens 
im 
Trecento. 
auch die Szenen 21m5 dem wLeben des hl. Nikolauscr in der 
Cappella Orsini von S. Francesco in Assisi. Doch darf nicht ver- 
schwiegen Werden, dass zwar die Identifxzierung Giottinos mit 
Giotto di Stefano kaum zu bezweifeln, aber die Zuteilung der 
erwähnten Werke an den Genannten nicht vüllig gesichert ist. 
136g mit dem obengenannten Giovanni noch unter den im 
Vatikan arbeitenden Künstlern genannt, lässt sich Giotto di 
Stefano nicht weiter verfolgen. 
Noch grässerer künstlerischer Bedeutung wie eines noch 
hüheren Rufes erfreute sich Andrea di Cione aus der 
Künstlerfamilie Cione, gemeinhin Arc agnolo genannt, welches 
"Wort später in Orcagna korrumpiert rvorden ist. Wie der Alt- 
meister der fiorentinischen Schule in jedern Kunstzweig erfahren, 
war er auch wie kein" anderer berufen, selbständig in Giottos 
Fussstapfen und Stellung einzutreten. Nach Vasari um 1308 
geboren, scheint er seine künstlerische Ausbildung als Bildhauer 
begonnen zu haben, wie es durchaus glaublich ist, dass er 
zunächst Andrea Pisanos Schüler gewesen sei. Die bezüglichen 
Daten gehen jedoch nicht über die fünfziger Iahre des vier- 
zehnten ]ahrhunderts zurück, und in dieser Zeit fmden wir den 
Künstler gleichzeitig in jeder Kunst beschäftigt. Denn mit der 
umfänglichen plastisch-architektonischen Arbeit des Tabernakels 
von Orsanmichele arbeitete Andrea vielleicht vor 1355 auch an 
dem Freskencyklus des Chors von S. Maria Novella, der 1358 
bereits wieder so beschädigt war, dass er als verloren gelten 
konnte, wenn man auch erst nach einem Jahrhundert dazu ge- 
langte, ihn durch die noch erhaltenen Malereien Ghirlandajos 
zu ersetzen. Nicht viel später kännen die erhaltenen Malereien 
der Capella Strozzi in S. Maria Novella fallen, denn das Altar- 
werk der Kapelle, dessen Aufstellung doch sicher erst nach 
Vollendung der Wandgemälde bewerkstelligt wurde, ist mit 
1357 datiert. In diesem Jahre erscheint er aber auch, nachdem 
er schon im Tabernakel von Orsanlnichele seine Befähigung ais 
Dekorationsbaukünstler gezeigt, als Architekt in der Dombaü- 
kommission, wobei er gewisse tektonische Entwürfe zur Geltung 
brachte, und es muss,um dieselbe Zeit gewesen sein, dass er 
die Zeichnungen zu dem 1356 beschlossenen Ban der Loggia 
dei Lanzi ausarbeitete, dessen Ausführung jedoch erst x376 und 
unter anderer Leitung begonnen wurde. 
Was seine Thätigkeit als Maler betrifft, so umschliesst 
heutzutage die Capella Strozzi die Hauptträger seines Ruhmes 
wie die Hauptobjekte für seine Beurteilung. Das jüngste Gericht
        

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