Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635921
uud 
Rembrandt 
seine 
Schule. 
343 
geboren 1616 zu Dordrecht, gest. 1680 zu Amsterdanr. Seinem 
Meister nicht selten zum Verwechseln ähnlich, wie dies das früher 
Bol zugeschriebene jetzt als von Rembrandt bezeichnet gefundene 
wlsaakopfera in München und die beiden angeblich 2G. Flinck 
mit Fraua darstellenden Bildnisse ebenda, früher Rembrandt zuge- 
schrieben, jetzt durch die entdeckte Inschrift als Bol gesichert, 
belegen, steht er ebenso oft auch dem G. Flinck nahe, wenn auch 
sein Auftrag stets fester und bestimmter ist, als jener des letzteren. 
Vorzüglicher als seine mythologischen, allegorischen und biblischen 
Darstellungen sind seine Bildnisse (K1. B. go, 324), unter welchen 
die vRegenten des Leprosenhausesx von 164g und einige spätere 
Stücke der Art im Reichsmuseum geradezu herrlich genannt 
werden künnen. Zeigt er aber schon in dem pPyrrhus und Fabri- 
CiUSK des Riesencyklus im Empfangssaal des Rathauses zu Amsterdam 
eine merkliche Minderwertigkeit im Vergleich zu Govaert Flinck, 
so ist seine akadennische Verüachrlng im Idealgebiet nach Rem- 
brandts Tode entschieden. 
Einige jüngere Maler kamen erst um die Zeit der Glücks- 
wende Rernbrandts zum Meister. S0 Ian Victo ors, 1620 bis 
nach 1672, i111 biblischen, historischen, Genre- und Bildnisgebiete 
thätig, anfangs Rembrandt ziemlich nahe kommend, später aber 
trocken und eintünig. Er ist jedenfalls geringer als Gerbrandt 
v an den Eeckh out, 162 1--1674, der zu den tüchtigsten Rem- 
brandtisten zählt und zugleich als einer der anhänglichsten ge- 
rühmt werden kann. Dass auch er später mehr akademisch 
wurde, ist mit der noch vor des Meisters T ode erwachten Reaktion 
zu entschuldigen. Noch etwas später war Karel Fabritius 
bei Rembrandt eingetreten, batte ihn jedoch schon um 16 50 
wieder verlassen, um sich in Delft ansässig zu machen, wo er 
schon 1654 bei der dortigen Pulverexplosion ums Leben kam. 
Sein sehr kurzes Leben erlaubte keine Llmfängliche Thätigkeit, 
diese reicht jedoch aus, um in ihm eines der bedeutendsten 'l'alente 
des Rembrandtischen Kreises zu erkennen. In welchem verwandt- 
schaftlichen Grade Barent Fabritius, gest.167z, zu Karel 
stand, ist nicht ermittelt, in künstlerischer Hinsicht kümmt er ihm 
jedenfalls sehr nahe (K1. B. 444). 
Endlich reihten sich dem Ferdinand Bol noch drei andere 
Dordrechter als Schüler Rembrandts an. Der ältere davon War 
Samuel van Hoogstrat en, geb_16z6, viel auf Reisenund 1678 
in seiner Vaterstadt gestorben. In seinem Schaffensgebiete sehr 
universell, liisst er schwer entscheiden, ob ihm als Genre- oder 
Bildnismaler der Vorzug zu geben sei. Um einige ]ahre jünger
        

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