Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635862
Rexnbrandt 
und 
Schule. 
seine 
337 
Zuhürer machte aus dem leidigen" Gegenstande eine Komposition 
ersten Ranges. Das glänzende Debut aber hatte zur Folge, dass 
die Bestellungen sich rasch mehrten. Dies veranlasste aber keines- 
wegs ein Einstellen seiner Gepfiogenheit, seine intimsten Studien 
und Experimente erst an sich Selbst zu machen, wie denn in der 
That fast jedes der nächsten Jahre seines Aufenthaltes in Amster- 
dam ein unter neuen Gesichtspunkten entstandenes Selbstbildnis 
bringt (K1. B. 371). Von bewundernswerter Durchführung und 
Reife aber sind unter den Porträtarbeiten dieser Zeit das käst- 
liche Doppelbild des sog. aSchiffsbaumeisters mit seiner Fraua 
von 1633 (K1. B. 462) in Buckingham Palace zu London, und 
jenes des wMarten Daey mit Fraua von 1634 bei Baron G. Roth- 
schild in Paris. 
Seit 163 3 hatte er die Freude, seine junge Gattin, Saskia. 
van Uylenburgh, seinen Selbstbildnissen zur Seite zu stellen (K1. 
B. 238) und damit zugleich seinen Studien obzuhegen und 
seinem Glücke Ausdruck zu geben, Wir ünden sie in dem Bi1d- 
nis von Dresden 1633 und 1641, von Kassel 1635, in dem 
Doppelbildnis von 1636I37 in Dresden (K1. B. 443) und ander- 
wärts. Das Vermügen Saskias hatte überdies den Meister in die 
Lage gesetzt, die Kunst nicht mehr in erster Linie auf den Er- 
werb zu treiben. Deshalb werden die Bildnisse jetzt seltener, 
wenn nicht besondere Verhältnisse ihn zur Porträtarbeit be- 
stimmten, wie bei dem Wornehmen Polenc von 16 37 in St. Peters- 
burg, bei dem wBildnis seiner alten Muttere von 163g in Wien 
oder bei der aMutter des Bürgermeisters Sixa von 1641 in der 
Sammlung Six zu Amsterdaln 11nd anderen (K1. B. 113. 402). 
Gleichwohl fuhr er fort, nach Modellen und nzunentlich nach 
Greisen zu malen, die sich entschlossen, zu Studien für andere 
Bilder zu sitzen. Das eigentliche Bi1dn1s als Bestellarbeit hassend, 
weil es seine Phantasie wie seine künstlerischen Absichten in 
Fesseln schlug, wendete er sich lieber biblischen und mytho- 
logischen Stoffen zu. Am fürderlichsten boten sich alttestament- 
liche Motive dar, wie das xOpfer Abrahamse von 1635 in St. Peters- 
burg (K1. B. 192), die xBlendung Simsonsx von 1636 bei Graf 
Schünborn in Wien, vSusanna im Badex im Haag (K1. B. 222) 
und der wAbschied des Engels von der Familie des Tobiasx von 
1637 1m Louvre, die vHochzeit Simsonsz von 1638 in Dresden 
(K1. B. 285), das vOpfer Manoahscc von 1641 ebenda. Doch 
auch die Passion Christi wie das Neue Testament überhaupt gab 
effektvolle Gelegenheiten zu energischen Lichtwirkungen. So waren 
schon 1633 die Kreuzaufrichtung und Kreuzabnahme, die letztere 
Rebe r, Geschichte. 23
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.