Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635811
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Die 
holländische 
Malerei. 
WVarneck in Paris, noch stark an van Mander gemahnen. Von 
dessen Art aber war er in seinen vom Jahre 1616 stammenden 
ersten wDoelenstückx, wie fast alle übrigen im Haarlemer Museum, 
bereits weit entfernt. Die Lebendigkeit der Gestalten ist vüllig 
entfesselt, und ihre Frische und Markigkeit wird nur noch durch 
den braunen Gesalntton etwas geschädigt, Welcher übrigens die 
Figuren mit dem trefflich gemalten Stillleben des gedeckten Tischeg 
halmonisch verbindet. Noch weiter sind die beiden Doelenstücke 
von 1627 (K1. B. 221. 293) entwickelt, in welchen der braune 
Ton verschwunden ist und ohne weitere Verarbeitung der Farbe- 
flächen die Pinselstriche schon vällig unvermittelt nebeneinandel- 
sitzen. Den Hühepunkt aber erreichte er in der wVersammlung 
der Schützen im Doelengartem: von 1633, wie in der wAÜfZ 
stellung der Schützen im Freierw von 163g. Breiter und kühner 
gemalt, blühender" in der von einem silbergrauen Ton zusammen- 
gehaltenen Farbe, zwazrglos natürlich und entschieden in jeder 
Bewegung, und ohne auch nur eine Spur von Arrangement und 
Berechnung zu verraten, geben uns diese Werke ein drastisches 
Bild von der Iebensfrohen Heiterkeit, Kraft, Gesundheit und 
vDeftigkeite aller Beteiligten. Von den übrigen Stücken del- 
reichen Haarlemer Sammlung seiner grüsseren Werke (K1. B. 477_ 
678) seien nur noch die zRegenten des Elisabeth-Iirankenhausesg 
von 1641 (K1. B. 261) aus dem Grunde hervorgehoben, weil 
Hals in dem Bilde offenbar vcrsucht, Rembrandts Helldunkel in 
Anwendung zu bringen. 
Diesen grossen Gruppenstücken gehen zahlreiche FR111111611- 
und Einzelbildnisse zur Seite, von welchen wieder einige durch die 
naive, natürliche, heitere Auffassurlg und die blühende Schünheit 
des Hotten Machwerks von ungewühnlichenw. Reiz sind. Die zflfamilie 
Berestyna im Berestynstift zu Haarleln, das vFzunilienbilda, welcheg 
ihn selbst mit seiner Gattin darstellen soll, im Reichsmuseum zu 
Amsterdam (K1. B. 198) und einige von den Einzelbildnissen, die 
sich in den meisten Galerien Europas, vornehmlich in Arnsterdan-l, 
im Haag, in Haarlem, Brüssel, Paris, St. Petersburg (K1. B. 4, 354), 
Wien (K1. B. 208), Berlin (K1. B. 588), Casse], Dresden, Ifrankfurt 
und Hamburg wie in den Galerien Englands befrnden, werden 
jedem Beschauer unvergesslich bleiben. IDaZu kommteine Anzahl 
von genreartigen Bildnissen, von lustigen Käuzen und Zechem, 
Musikanten (K1. B. 688, 17 3, 174), Spielern, Dirnen und Hexenweibern 
(K1. B. 606), eine Sammlung von sprühendem, ja wieherndem Humor, 
wie sie kein anderer Meister der Wvelt aufzubieten vermochte, 
Wobei die ausgelassenste Lebenslust jeden Pinselstrich durchzuckte,
        

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