Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635785
Das 
Bildnis. 
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heimer beeinfiusste Vertreter des Italismus. In Delft der aus 
Gouda stammende Jacob Willemsz Delff, gest. 16oI, der 
Stammvater einer zahlreichen mit Mierevelt im Porträtfache 
thätigen Malerfanuilie, wie Adriaen Cornelisz van Lin- 
schoten, 1590-1677, und Leonard Bramer, 1595 bis 
1674, der erstere nach Caravaggio, der letztere nach Elsheimer 
gebildet. 
Die Mehrzahl aller Genannten verspürte gegen das Ende 
ihres Lebens die Einiiüsse des mittlerweile sich vollziehenden 
nationalen Kunstaufschwunges von Haar1en1 und Amsterdam und 
machte namentlich in den Bildnissen frühzeitig die Emanzipation 
von den italienischen Studien bemerklich. 
Das 
Bildnis. 
Das Bildnis ist nicht bloss die bedeutendste Äusserung der 
holländischen Kunstselbständigkeit, sondern auch die früheste. 
Während noch jeder andere Kunstzweig in den Fesseln des Italis- 
mus oder einer zurückgebliebenen einheimischen Tradition lag, 
ward im Bildnis das Naturstudium zuerst lebendig und strebte 
verhältnismässig früh Hühepunkten zu, wie sie durch Hals und 
Rembrandt erreicht wurden. 
Am weitesten hinauf reicht die Bildnisthätigkeit in Amsterdam. 
Das Amsterdamer Reichsmuseum bewahrt mit dem Werk des 
Dirk jacobsz beginnend, Gruppenbildnisse der Schützengilden 
(Doelen) von 152g an, welche freilich bis zu der xAnatomischen 
Vorlesung des D1. Seb. Egbertszr: 1603 , gemalt von Aert 
Pieterson, dem Sohne des genannten Pieter Aertsen, 15 50 bis 
1612, von geringer künstlerischer Bedeutung sind. Auch das 
Verdienst des letzteren Bildes erhebt sich nicht über einige Steige- 
rung der Technik und die auf Ähnlichkeit deutende Charakte- 
ristik der braunen und farblosen Küpfe, welche nach wie vor 
ganz unkünstlerisch in parallelen Horizontalreihen zmgeordnet er- 
scheinen. Dieses bescheidene Mass von Kunst überschreiterl auch 
die folgenden Arbeiten der Art nicht, wie selbst noch die wVor- 
steher (Regenten) des Altmiinner- und Alt-frauenspitalsa von 1618, 
gemalt von Cornelis van der Voort, 1576_-1624, und die 
zwischen 1622 und 1627 enrstandenen Doelen- und Regentenstücke 
des Werner van Valckert zeigen. 
Erst mit Nicolas Eliasz, 159o--1646, beginnt ein er- 
heblicher Aufschwvung. Das erhaltene Ifragment der vAnatomischen
        

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