Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635728
Genre, 
Landschaft, 
Tierstück 
uncl 
Stilllcben. 
323 
Gryeff, 167o--I715, so sehen wir schliesslich die Snydersche 
Art wieder auf den kleinen Masstab der Brueghelschen Stücke 
zurückgeführt, von welchen sie ausgegangen war. 
Die Darstellung von totem Wild gehärt jedoch schon in 
jenes Gebiet des Stilllebens, welches man als Küchenstück zu 
unterscheiden pflegt. In dieser Kunstgattung stehen aber die 
Antwelpenel" Alex ander Adrian ssexu , 1587_I66z, und Jacob 
van Es, um x596_l666 als Stilllebenlnalel" dem Snyders un- 
mittelbar zur Seite, wenn auch in deren Werken im Gegensatz zu 
diesem die Fischdarstellung eine Hauptrolle spielt. Von häherem 
Verdienst war indes Adriaen van Utrecht in Antwerpen, 
1599_I652, Während andere, ein Frans Ykens, Cornelis 
Mahu, Jean Paul Gillemans, Willem Gab ron, Christian 
Luyk, wie loris nnd Jan van Son lediglich gcnannt werden 
kännen. 
Während mehrere von all diesen in der Art eines Brueghel 
und Snyders neben dem Tierstillleben auch Früchte- und Blumen- 
malerei betrieben, wiclmeten sich einige Maler ausschliesslich dem 
Blumenbild, dessen Beliebtheit in der vlämischen Farbenlust ihren 
naheliegenden Grund hat. Hauptmeister dieses Fachs war der 
Antwerpener Jesuit Daniel Seghers, geb. 1590,. gest. 1661, 
dessen 'l'hätigkeit sich hauptsächlich um jene ein Heiligenbild um- 
rahmenden Blumenkränze drehte, für welche das schüne Werk von 
Rubens und Brueghel in der Münchener Pinakothek dus berühmte 
Vorbild dargeboten. Dass nunmehr dus Heiligenbild meist als 
Reliefimitation grau gehalten wurde, steuerte der allzugrossen 
Buntheit und hob die saftige Farbe und üppige Frische der Seghers- 
schen Flora, welche, im Gegensatz zur Brueghel-Schule breit 
und frei mit wahrem Tauduft gemalt, an prächtiger und reali- 
stischer Wirkung unerreicht dastelat. Kein Wunder, dass Scghers 
Art viele Nachahmer- fand, doch wedel" seinen Schülern noch 
Nachfolgern, wie Jan Philips van Thielen, Iasp. Pieter 
Verbrugghen, Nic. van Verendal oder Elias van den 
Broeck gelang es, ähnliche Unmittelbarkeit und Wirkung zu er- 
reichen.
        

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