Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635695
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Die 
Malerei. 
vlämische 
Der fruchtbarste Brüsseler Meister aber war Jaques d' Arth ois , 
1613-1683. In seinen häuflgen Klrchenstücken wie anderen 
grossen Landschaften spricht sich zwar der dekorative Charakter 
zuweilen in allzu grosser Deutlichkeit aus, allein seine Slflhünfar- 
bigen Bilder sind von einer Frische und Energie der Wirkung, 
welche wenigstens in der Umgebung von vlämischen Figurenbildern 
den Mangel an Ton weniger empfinden lässt.  An Arthois 
lehnen sich die geschickten Antwerpener Brüder Cornelis Huy s- 
mans, 1648- 1727 thätig in Brüssel und zuletzt in Mecheln, 
und Jan Bapt. Huysmans, 1654-1716. 
Der Idealismus der Vlamen musste es aber manchem Künstler 
bei dem üblichen Studienaufenthalt in Italien nahelegerl, sich an 
die dort thätigen italienischen und franzüsischenvClashicisten der 
Landschaft anzuschliessen. Zu dieser Gruppe gehären Gill i S 
N yt s, 1623-1687, Ja sper d e Witt e, 1624--1681, Abrah am 
Geno els,  Pieter Spierinx1635-1711. A15 
Haupt dieser Classicisten ist jedoch Frans Millet, geb. in Ant- 
werpen 1642, gest. in Paris 167g, zu betrachten, welcher in seinen 
meisten Werken ganz unter dem Einfluss G. Dughets stehend 
doch auch in seltenem Aufschwunge zu italienischen Naturstudien 
gelegentlich Schäpfrlngen erzeugte, wie die entzückende campanische 
Küstenlandschaft mit Orangensammlern im Vordergrunde (Münchener 
Pinakothek), ein Bild, das sich in seiner trotz Vlämischer Farbigkeit 
doch überzeugenden Naturwahrheit ganz selbständig abhebt vgn 
seinen übrigen strlisierten Landschaften der franzäsrschen Schule, 
Als reine Nachahmer G. D ughets künnen endlich gelten der Anp 
werpener Pieter Rysbrack geb. 1655 zu Antwerpen, gest. 1729 
zu Blüssel, Jan Frans van Bloemen, gen. Orizonte, geb. 1662 
in Antwerpen, gest. 1748 in Rom und Jean B. Juppin, 
geb. 1678 zu Namur, gest. daselbst 1729. 
Neben diesen meist äden und leeren Akademikern klassischen 
Stils erscheint ein Maler doppelt erfreulich und ebenso als die 
bedeutendste Erscheinung unter den Landschaftern der zweiten 
Hälfte des 17. Jahrhunderts, wie es Lodewyk de Vadder für die 
erste gewesen: Jan Siberechts, geb. 1627 zu Antwerpen, gag; 
angeblich zu London un1 17o3. Er war Realist im Sinne des 
Pleinairismus, in der Landschaft wohl überhaupt der erste der Art, 
und ganz vereinzelt, hochbefremdlich aber insbesondere in Flandern, 
Seine bezeichneten und zwischen 1660 und 1671 datierten Bildef 
reichen  aus, seine überraschenden Eigenschaften erkennen und 
zugleich einige nichtbezeichnete Werke seinem Pinsel zuschreiben 
zu lassen. Der xBauernhofa im Museum zu Brüssel, der vKanale
        

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