Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635680
(Jfenre, 
Landschaft, 
T ierstück 
Stillleben. 
und 
319 
Realismus der Vlamen zu beleben, heweist Roeland Savery, 
geb. 1576 zu Courtrai, gest. 1639 zu Utrecht. Er hatte nämlich 
Gelegenheit gefunden, die Gunst des Kaisers Rudolf II. zu gewinnen, 
und war von diesem zu Studienreisen in den Alpenländern unter- 
stützt worden. Allein statt dort in der Weise Mompers auf grosse 
Ansichten auszugehen, sah und studierte er nur das Nächste und 
blieb gewissermassen an den Vordergründen hängen, welche er 
dafür mit Wild- und Waldgetier um so phantastischer aufputzte. 
S0 kam er nicht einmal zu einem Realismus, wie ihn auch ohne 
solchen Studienaufwand ein Hans Tielens (1589_163o), oder ein 
Alexander Keirincx (1600 bis nach 165 2) vor seiner Übersiede- 
lung nach Holland zu entfalten vermochte. 
Zwei Landschafter aber wurden von Rubens, der selbst, 
wie wir gesehen haben, auch hierin allen seinen Zeitgenossen 
überlegen war, für die Hintergründe seiner ügürlichen Darstelltlngen 
verwendet. Am 1neisten]an Wildens, 1586 zu Antwerpen geb., 
ein Schüler des Pieter Verhulst und nach seinen fünfjährigen Studien 
in Italien bis an seinen Tod 1655 in Antwerpen thätig. Mehr 
als seine wWinterlandschaft mit dem Jäger und den zwei Hundenzc 
von 1624 in der Galerie zu Dresden, oder als seine wAnsicht 
von Antwerpena im Museum zu Amsterdmn, belehrt über seine 
Kunst die bLandschaft rnit dem Regenbogena von 1640 in der 
Galerie zu Augsburg. Seine Naturbeobachtung ist in der Weise 
Mompers noch etwas befangen, sein Kolorit noch zu wenig zusammen- 
getünt, und das Ganze zu sehr stilisiert.  Mehr Realismus ent- 
faltet der andere Gehilfe des Rubens, Lucas v an Ud en, geb. 1595 
zu Antwerpen, gest. daselbst 1672. Obwohl zunächst Autodidakt 
und ohne italienische Studien auf die lueimische Natur ange- 
wiesen, vermag auch er das harte tonlose Grün, welches seit 
Brueghe] die vlämische Landschaftsmalerei beherrscht und schädigt, 
nicht zu meistern. 
Neben diesen Antwerpener Landschaftern spielen die Brüs- 
seler eine etwas abweichende Rolle. Der begabteste darunter, 
soweit dies seine seltenen Bilder zu beurteilen erlauben, war 
L odewyk de Va.dd er, 1605-1655. Er sucht sich von aller Ideal- 
bildung zu emanzipieren, malt frei und breit in vollen energischen 
Farben und dürfte nächst Rubens als der bedeutendste vlämische 
Meister seines Faches in der ersten Hälfte des 17. Iahrhunders 
bezeichnet werden. Ihm folgte Lucas Achtschellinck, 1626 
bis 169g, meist mit jenen landschaftlichen biblisch oderlegendarisch 
staffierten Kirchenstücken beschäftigt, welche, von den Gebrüdern 
Bril eingeführt, zumal in Belgien sehr beliebt geworden waren. 
        

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