Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635668
Genre, 
Tierstück 
Landschaft, 
un d 
Stillleben. 
317 
maler wie als Genremaler betrachtet werden, denn die Figuren 
seiner vornelynen Interieurs sind meist Porträts in genrehafter 
Posierung. Wie an Feinheit des Pinsels und an harmonischem 
Kolorit nicht selten den Teniers, so übertrifft er gelegentlich 
auch an präziser Charakteristik seiner miniaturartigen Porträtküpfe 
(K1. B. 77, 78) einen van Dyck. Seine grüsseren Familienstücke, 
wie in Dresden, Cassel und Schwerin (K1. B. 383), in Nantes, 
im Haag und in Pest, in der Nationalgalerie, in Buckingham- 
Palace, Hertford House und Stafford House in London sind natür- 
lich nicht allzuhäuüg, aber stets, wie auch die Einzelfiguren von 
gleicher Sorgfalt. Wie Teniers, so malte auch er gelegentlich 
Interieurs von Kunstkannnern mit reichem Bilderschatz und 
plastischem wie kunstgewerblichem Inhalt.  Ihm verwandt, aber 
geringer, erscheint Carl Emanuel Bizet aus Mecheln, 1653-1685. 
Das 18, Jahrhundert, in welches übrigens viele der ge- 
nannten Maler ihre Lebenszeit tief hinein erstreckten, enthält im 
Gebiet des Genre so wenig Bemerkenswertes, wie in jenem der 
Grossmalerei. Es 1nag genügen, die beiden Jan joseph Hore- 
mans Vater 1682-1759 und Sohn 1714_179o, wie den 
Pieter Iacob Horelnans 1700-1776, meist am Hofe der 
Kurfürsten Kar] Albrecht und Max 111. von Bayern thätig, zu 
erwähnen. 
Nicht die Bedeutung wie das Genre erlangte die vlämische 
Landschaitsmalerei. Doch hatte auch dieses Kunstgebiet, welches 
schon im 16. Jahrhundert, wie die Patinir und Bles zeigen, eine 
bedeutende Rolle gespielt, gegen den Schluss desselben im Brüder- 
paar Bril eine hervorragende Vertretung gefunden. Wir wissen 
zwar von dem älteren Matthiius Bril, geb. 1550 zuAntwerpen, 
gest. 1584 in Rom, nicht viel, aber der jüngere Paul Bril, geb, 
1554 in Antwerpen, gest. 1626 in Rom, ist uns noch in zahl- 
reichen gesicherten WCIkCH zugäinglich. In der Art seines Bruders 
und, wie seine datierten Staffeleibilder von 1598--16o9 zeigen, 
noch in der romantisch phantastischen Weise seiner Vorgänger 
einsetzend, erreichte er durch Anschluss an Annibale Caracci und 
Adam Elsheimer jenen würdigen Idealstil (K1. B. 46x), welcher 
von bleibendem Einürlss auf die spiitere ideale Haltung der" 
vlärnischen Landschaftsmalerei geworden ist. 
Dieser rümischen Entwicklung steht aber zunächst die ein- 
heimische der Momper und Brueghel gegenüber. Joo s: d e M o 111 p er, 
geb. 1554 zu Amwerpen, gest. daselbst 1 635, fusst übrigenswenig mehr 
als die Meister der Patinirzeit auf vlämischen Naturstudien. Gewinnt; 
seine Landschaft auch mehr Realität im einzelnen, so bleibt sie
        

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