Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635646
G enre, 
Landschaft, 
un d 
Tier stück 
Stilleben. 
315 
datiert des Meisters silberig klares Kolorit mit vorherrschendem 
Grau. Von 1657 an werden seine Datierungen seltener, wohl 
nicht ohne Zusammenhang mit" dem Sinken seiner Kunst und 
vielleicht auch deren Schätzung. Es konnte ihm auch nicht 
fürderlich sein, dass er sich seit seiner Übersiedelung nach Brüssel 
vie] mit Kopieren nach Italienern der dortigen Galerie, ja. mit 
der Darstellung von Interieurs jener Galerie unter Miniatur-Imitation 
der an den Wänden hängenden Ge1nälde befasste. Übrigens 
musste die langjährige Beschäftigung in einem von vorneherein 
ziemlich gleichartigen Darstellungsgebiet bei einiger Monotonie 
der Anordnung und des szenischen wie kostümlichen Apparats 
zu einer gewissen Handwerksmässigkeit führen, welche sich selbst- 
verständlich mit dem zunehmenden Alter immer breiter machte. 
Er starb zu Brüssel am 25. April 1690. 
D. Teniers, der Hauptvertreter der vlämischen Kleinkunst, 
wie Rubens jener der Grossrnalerei, batte auch eine zahlreiche 
Nachfolge. Zunächst wurde diese von seinen Brüdern, Julian III., 
Theodor und Abrahaln, von welchen der letztere (1629 bis 
1670) der bedeutendere, dann von seinem Sohn D avid Teniers HI, 
und schliesslich von seinem Enkel I) avid IV. vertreten. Es 
waren meist selbstlose Nachahmer, wie auch die beiden Brüder 
Thomas und FerdinandII. Apshoven und Matthäus von 
Hellemont. In Brüssel hatten sich ihnen Gillis von Tilborch, 
Frans Duchastel und Hendrik van Herp III. angeschlossen, 
deren Nachfolge bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts 
vorhielt, wie Theobald Michau, gest. 1765, zeigt. 
Wenn auch Teniers sein Leben lang in der Schätzung 
der Zeitgenossen als der erste Meister seines Faches galt, so 
mochte doch er selbst in hüherer Einsicht erkennen, dass er 
anfangs in Gefahr war, von einem gehialeren Rivalen überboten. 
zu werden. Glücklicherweise für Teniers aber entfaltete Adriaen 
Brouwer, obwohl als Vlame geboren und in den letzten sieben 
Jahren seines kurzen Lebens in Antwerpen thätig, den grüssten 
Teil seiner Kunst in Holland, weshalb wir ihn auch, als zur 
Haarlemer Schule gehärerld, erst mit dieser betrachten wollen. 
Einer anderen Familie von Genremalern aber durfte sich Teniers 
wohl überlegen fühlen. David Ryckaert, geb. zu Antwerpen 
1560, gest. 1632, welcher nebenbei das Geschäft eines Brauers 
betrieb, hatte meist einige Landschaftsmaler mit Staffagen bedient 
und wohl nur ausnahmsweise (Schenkebild von 1603 bei Herrn 
van Lerius) ganze Genrebilder gemalt. Auch seine beiden Sühne 
Marten, 1587-1632, und David 11., 1589-1642, vorzugs-
        

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