Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635584
Van 
und 
Dyck 
die 
der Rubens-Schule. 
Grossmaler 
309 
Mit krankhafter Ruhm- und Rivalitätsbegier und in välligem 
Verkennen des Umfangs seines Leistungsfeldes strebte van Dyck 
vielmehr nach grüsseren Aufträgen der Art, wie sie seinem Meister 
zu teil geworden. Er schien auch bereits dem Ziele nahe, allein 
das Projekt, den Festsaal von Whitehall, für welchen Rubens die 
Deckenbilder geschaffen, mit Wandgemälden zu schmücken, scheiterte 
im letzten Augenblick an den für die damalige kritische Lage 
der küniglichen Mittel zu hohen Kosten. Ich mächte sagen, 
glückhcherweise; denn nach dem erhaltenen Entwurf würde das 
Werk  wie van Dyck wünschte, in Gobelins, oder als Lein- 
wandbilder ausgeführt  den Ruhm des Meisters eher geschädigt 
haben. Auch der Versuch, durch sein persänliches Erscheinen in 
Paris von Richelieu einen ähnlichen Auftrag für den Louvre zu 
erwirken, wurde durch die unbequeme Heimkehr Poussins und 
durch den Gesundheitszustand van Dycks vereitelt. Schwerkrank 
kehrte er im Spätherbst" des Jahres 1641 nach London zurück, 
wo er noch die bittere Freude erlebte, dass seine ihm erst seit 
einem Jahre angetraute Gemahlin, die einstige Hofdame Mary 
Ruthwen, ihm ein Tüchterchen schenkte. Am g. Dezelnber 1641 
erlag er seinem Brustleiden. 
Neben van Dyck hatte Rubens nur noch einen ganz her- 
vorragenden Schüler und Gehilfen, Frans Snyders, den wir jedoch 
als Tier- und Stillebenlnaler einer späteren Betrachtung vorbehalten 
müssen. Im übrigen haben wir es zunächst mit vier ungefähr 
gleichwertigen und daruln auch in ihren Werken schwer von 
einander zu sondernden Malern und mit einer Schar von Kräften 
dritten Ranges zu thun, mit welchen wir uns billig kurz fassen 
werden. 
Zu den tüchtigsten Gehilfen in Rubens' Werkstatt gehärte zu- 
nächst Abraham van Diepenbeck,geb.15g6 zu Herzogenbusch, 
gest. 1675 zu Antwerpen. E1" hatte sich 1623 als Glasmaler in 
Antwerpen niedergelassen, war aber bald zu Rubens übergetreten, 
bei welchem er sich als dessen stilgetreuester, wenn auch ziem- 
lich unselbständiger Nachfolger entwickelte. Von seinen Werken 
sind die vGrablegunga und wBeweinung Christix in Braunschweig 
und Wien, die vVermählung der hl. Kaxharinae in Berlin, nament- 
lich aber die vFlucht der Clülia aus dem Lager des Porsenaa in 
Berlin und im Louvre hervorzuheben.  Ähnlicher Art war 
Cornelis Schut, geb. r597 zu Antwerpen und 1655 daselbst 
gestorben. Dass es auch ihm bei aller Aneignung der Rubensschen 
Art an der Kraft fehlte, auf eigenen Füssen das zu leisten, was 
er als Gehilfe des Meisters unter dessen Leitung vermochte, zeigt
        

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