Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635526
Die 
Grossmaler 
ausserh alb 
Rubens' 
Atelier. 
303 
Calvinist auch konfessionsverwandt, ausserdem als Schwieger- 
sohn mit ihm verbunden. Er entwickelte sich daher bei gleich 
derber künstlerischer Anschauung wie van Noort ebenso als der 
Hauptmaler des vlämischen Kleinbürger- und Bauernstandes, wie 
Rubens als jener der Bluts- und Geistes-Aristokratie. Der Einüuss 
des Rubens, welcher ihn zweifellos stark berührte, änderte auch 
an seiner Auffassung nichts, obgleich es wohl ihm zu danken sein 
dürfte, dass jordaens nach van Dycks Weggang und Rubens' Tode 
als der erste Maler Antwerpens galt. 
Seine Stärke 111g jedoch nicht im Kirchenbilde. Ist der 
xCruciüxuse von 1617 in der Dominikanerkirche zu Antwerpen 
noch unentschieden, so bedarf das wletzte Abendmahla, aus der 
Augustinerkirche in das Museum zu Antwerpen gelangt, mit den 
nicht blos alltäglichen sondern gemeinen wettergebräunten Aposteln 
in ihrer rohen und düster gemalten Gewandung, wie die brutal 
realistische Handlung dringend des brillzmten Beleuchtungseffektes, 
durch welche sich die Szene auszeichrlet. Noch unerfreulicher 
wirkt die wGrablegunga im Museurn zu Antwerpen, die vvBeweinungr 
in Blenheim und Dresden, das rvMartyrium der hl. Apolloniar in 
der Augustinerkirche zu Antwerpen, der wfür die Pestkranken 
betende hl. Carolus Borro1neusc( in der Jakobskirche, der whl. Martim: 
von 1630 in der Martinskirche zu Tournai. Und während die 
wDarbringung im Tempela im Museum zu Dresden und die wAn- 
betung der Hirterm in Frankfurt und Braunschweig sich durch 
ein stärkeres Anlehnen an Rubens vorteilhafter darstellen, erscheint 
der wzwälfjährige Christus im Tempels von 1663 in Mainz wie 
derselbe Gegenstand in München geradezu als Blasphemie und 
die wVertreibung der Käufer und Verkäufer aus dem Tempek: 
im Louvre als ein possierliches Genrestück. 
Das Unedle macht auch die mythologischen Darstellungen 
und Allegorien Widerstrebend, wenn auch manchmal die strotzende 
Kraft der Komposition, der Farbe und der Lichtführung Wieder 
schadlos hält. S0 in r-rPrometheus und Neptunx im Museum zu_ 
Käln, in rvMeleager und Atalantek zu Madrid, in der wRast der 
Dianaa bei Baron 1e Candele in Antwerpen, in der vErnährung 
des Kindes Jupiter durch die Ziege Amaltheaa im Louvre. Am 
meisten indes von dem ganzen Gebiet der Mythe entspricht der 
Natur des Künstlers der Kreis der Satyren. Das dreistbeschränkte 
dieser halbtierischen Wesen ist vielleicht nie in der Anschaulichkeit 
gegeben worden wie in seinen Satyren der Museen zu Amsterdam 
und im Haag; die Perle von zrllem aber ist wohl der rBesuch 
des Satyrs bei dem Bauerx oder wkalt und warm aus einem Mundee.
        

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