Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632684
Florenz. 
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Anbetung der Künige, Darbringung im Tempel, Flucht nach Egypten, 
des bethlehemitischen Kindermordes, des zwälfjährigen Christus 
im Tempe], des Lebens in Nazareth und der Kreuzigung ein be- 
stimmtes Urteil ermüglichen. Kurz vor 1300 aber frnden wir 
den Künstler in Rom, wo er für den Kardinal Jac. Gaet, Stefaneschi 
mit Unterstützrlng des rämischen Mosaicisten P. Cavallini das noch 
erhaltene Mosaik der sog. wNavicellaa in der Vorhalle von S. Peter 
und fünf verlorene Gemälde aus dem wLeben Christie für die 
Tribuna von S. Peter schuf, ausserdem aber auch das Triptychon 
der Sakristei der Kanoniker von S. Peter mit dem wsegnenden 
Christusa im Mittelbilde und dem xMartyrium der Apostelfürstenc 
auf den Flügeln. Es ist nun keine Frage, dass das genannte 
Mosaik Wie das Tafelwerk sich an Vorzügen mit den beschriebenen 
Allegoriefresken in Assisi nicht messen kann, was Wohl weniger 
durch die als Aufgabe gestellten Gegenstäzrde, als durch den 
Umstand zu erklären ist, dass Giotto und die italienische Kunst 
des Trecento überhaupt in der Wandmalerei jene Technik sah, 
Welche ihrem Freiheits- und Selbständigkeitstrieb am meisten zu- 
sagte, Es ist daher sehr zu beklagen, dass das einzig nach- 
weisbare Wandgemälde, welches Giotto während seines Aufenthaltes 
-in Rom ausführte, nBonifazius VIII. mit drei Assistenten 129g das 
jubiläum verkündende, von der Loggia des Lateranpalastes in die 
Laterankirche versetzt, in seinem dermaligen Zustande keine kunst- 
geschichtliche Rolle mehr zu spielen vermag. 
Bald nach 1300 fmden wir Giotto wieder in Florenz, wo 
er wahrscheinlich bis 1302 die Malereien in der Kapelle des 
Palazzo del Podestä ausgeführt hat, deren geringe Erhaltung keine 
Handhabe zu einem sicheren Urteile giebt. Umsomehr vermägen 
wir uns auf die nächstfolgenden Arbeiten des Meisters zu stützen, 
nämlich auf den zwischen 1303 und 1306 ausgeführten umfäng- 
lichen Freskencyklus in der Capellz degli Scrovegni (S. Maria. 
del1' Arena.) zu Padua. Die 30 Darstellungen aus dem alten und 
neuen Testamente, welche in drei Reihen übereinander die Längs- 
wvände Wie die Chor und Eingangswand bedecken, zeigen die epische 
Ruhe der Franciscuslegende und selbst der Allegorien zu einer 
dramatischen Kraft und Belebtheit erhoben, welche als ein weiteres 
Stadium der Entwicklung Giottos betrachtet werden muss. Von 
sehr fragwürdiger Bedeutung für die Charakteristik der Kunst des 
Meisters sind dagegen die Grau in Grau gemalten allegorischen 
Figuren am Sockel der genannten Kirche, deren Giottdsche 
Urheberschaft nicht ausser Zweifel steht, von minderem Belang 
auch die sehr beschädigten Malereien im Kapitelsaal des Santo zu 
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