Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635402
Die 
vlämische 
Malerei. 
Rubens. 
Wohl hätte der Manierismus der zweiten Hälfte des 16. jahr- 
hunderts wie in Deutschland so auch in den Niederlanden in 
Sand verlaufen, und die schwache Selbständigkeit, welche sich 
gegen den Schluss des Säculums in Flandern geregt, auch wieder 
versiegen künnen. Wenigstens lagen damals keine bestimmten 
Anzeichen vor, dass etwas Neues von Bedeutung zum Durchbruch 
kommen würde, und dass es in der Kunstbegabung der Nation 
lag, einen erheblichen Wiederaufschwung aus sich selbst heraus 
zu erzeugen, Man kann auch nicht geltend machen, dass die 
politischen und sozialen Verhältnisse besonders günstig lagen, denn 
wenn auch die Niederlande in der Zeit des dreissigjährigen Krieges 
weniger litten als Deutschland, so hatten Tyrannei und Kriegsnot 
in der unmittelbar vorausgegangenen Epoche vielleicht auf keinem 
Lande Europas schwerer gelastet als auf den Niederlanden. Und 
11m die geschlagenen Wunden zu heilen, konnten auch einige Iahr- 
zehnte eines unsicheren Friedens nicht genügen. 
In der That sind günstigere oder ungünstigere Zeiten für 
Flut und Ebbe der Kultur weit weniger bedingend, als die Zu- 
fälligkeit des Auftauchens jener gottbegnadeten Genies, welche 
mit der Mission in die Welt zu treten scheinen, die Kultur vor- 
wärts zu bringen. Das Talent mag als die Frucht der voraus- 
gegangenen Entwicklung, als die Konsequenz der Verhältnisse 
gelten, das Genie dagegen, das keineswegs bloss als eine Steigerung des 
Talents betrachtet Werden kann, ist davon sicher nicht die Folge. Es 
war keine selbstverständliche und unausbleibliche Entwicklungs- 
steigemng, dass aus der Kunststufe eines Verrocchio, Ghirlandajo 
und Perugino ein Lionardo, Michelangelo und Raphael, aus jener
        

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