Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635368
Italien. 
übrige 
Das 
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Der Künstler wurde jedoch durch seinen Schüler Giam- 
battista Tiepolo, geb. zu Venedig 1692 oder 93 verdunkelt. 
Erst bei Gregorio Lazzarini und dann bei Piazzetta unterrichtet, 
übrigens stark unter dem Einüusse der Werke des P. Veronese 
stehend, bildet dieser ebenso einen auf die Rokokozeit gestimmten 
Nachklang des letzteren, wie Piazzetta jenen eines Correggio. Aber 
keineswegs in Hauer und unselbständiger Nachahmung eines 
Manieristen, denn Tiepolos Komposition ist ebenso originell wie 
dessen Formenspraclae und üppiger Reichtum. Auch ist seine 
schillernde blonde Farbe sehr abweichend von jener Veroneses 
aber nicht minder stoffentsprechend und harmonisch und, wie sich 
dies von dem Schüler Piazzettas erwarten lässt, in Licht- und 
Schattenführung überaus wirksam. Sein Ruhm und seine Gesucht- 
heit um die Mitte des vorigen Jahrhunderts kann uns daher nicht 
wundernehmen, übrigens auch 11icht seine Fähigkeit, den umfäng- 
lichen Aufträgen gerecht werden zu künnen, denn dem Meister 
war auch eine seltene Leichtigkeit des Schaffens beschieden, die 
stets von der Sicherheit eines wenigstens dekorativen Gelingens 
begleitet war. 
Bis 1740 malte er in Venetien selbt. Natürlich sind nicht 
all die riesigen Wand- und Deckenbilder, mit welchen er die 
Scalzikirche, S. Maria del Rosario, die Scuola del Carmine u. s. w. 
zu Venedig schrnückte, von gleichem Wert, aber eindrucksvoll ist 
das vwLoretowundercc der ersteren, oder der vDominikuscyklusa der 
zweiten gewiss. Herrlich sind dann die Wandgemälde aus der 
xGeschichte des Antonius und der Cleopatrax in Palazzo Labio (Lobko- 
witz) zu Venedig, wie die wbiblischen Darstellungencc im erzbischüf- 
lichen Palast zu Udine, und die xSzenen aus den Epen des Horner, 
Virgil, Ariost und Tassoc in der Villa Valmarana bei Vicenza, 
Daran reihen sich in annähernd gleicher Bedeutsamkeit Altarbilder 
in den Apostoli, in S. Eustachio, in S. Maria del Rosario und in 
der Akadenlie zu Venedig, wie in S. Antonio und im Museo 
civico zu Padua, oder Profanbilder wie wNeptun und Veneziaa im 
Dogenpalast. 1740 war er in Mailand beschäftigt, wo unter 
anderem die vhh. Satyrus und Victorx in S. Ambrogio entstanden. 
1750-1753 aber fmden wir ihn in Würzburg, wo er es sich zwar 
in dem riesigen Deckenbild des Treppenhauses des Schlosses mit 
der Raumausfüllung etwas leicht machte, dafür aber im Kaiser- 
saale rDarstellungen aus dem Leben Barbarossasa gab, die zu den 
besten seiner Werke gehären, ausserdem aber auch einige Altarbilder 
für die Schlosskapelle, die wHimmelfahrt Mariäe und den xEngel- 
sturzc: für das Kloster Schwarzach, jene xAnbetung der Künigea
        

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