Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635288
Caravaggio 
und 
die 
neapolitanische 
Schulc. 
276 
Eine eigentliche Schule hatte Caravaggio nicht. Um so 
grüsser war dagegen die Zahl där Nachahmer und solcher Künstler, 
die sich mehr oder minder seinem Einilusse hingaben. Unter diesen 
waren Ifranzosen, Niederländer und Deutsche, hier kommen nur die 
Italiener in Betracht, von welchen ihm Bartolomeo Manfredi, 
geb. um 1580 zu Ustiani bei Mantua, gest. nach 1617 in Rom, 
der Venetianer Carlo Saraceni, 1585- 1625, welcher seine Art 
nach Venedig brachte, und der Rümer Angelo Caroselli, 1585 
bis 1633, hervorragen. Am meisten schlug, trotz des verhältnis- 
mässig kurzen Aufenthaltes Caravaggios in Unteritalien seine 
Kunst in Neapel Wurzel, wo bei den dort von vornherein herr- 
schenden naturalistischen Neigungen der raphaelische Manierismus 
am gründlichsten verleidet war. 
Wir Wissen jedoch nicht, ob der Begründer der neapolitani- 
schen Schule mit Caravaggio zu persünlicher Berührung oder gai- 
in Schulabhängigkeit gelangt war_ Jusepe de Ribera, beigenannt 
10 Spagnoletto, war in der spanischen Stadt Jzitiva im Gebiet von 
Valencia am 12. Januar 1588 geboren, und zunächst Schüler des 
Fr. Ribalta. Frühzeitig nach Neapel gelangt, das als spanische 
Dependenz damals in lebhafter Beziehung zu dem Mittelmeer- 
gebiet der pyrenäischen Halbinsel stand, blieb er dann auch durch 
ein halbes Jahrhundert bis an seinen Tod 1656 in Italien, meist 
in Neapel thätig. Wir müssen ihn deshalb zu Italien rechnen, 
Wenn auch seine Kunst manche Elemente Riba1ta.s darbietet, zu- 
mal doch die Einflüsse der Werke Correggios, Tizians und Cara- 
vaggios stärker sind. Erscheint aber auch Riberas Vorliebe für den 
Ideen- und Darstellungskreis Caravaggios, für dessen kräftiges 
Pathos, und dessen naturalistische Auffassung unter Bevorzugung 
der Darstellung des Alters zweifellos, so unterscheidet er sich doch 
scharf von dem letzteren durch eine weichere und mehr malerische 
Technik im Gegensatz zu dem mehr plastischen Stil seines älteren 
Zeitgenossen. Auch ist die künstlerische Überlegenheit des Spaniers 
nicht zu leugnen, wie auch sein Einfluss auf die italieniäche und 
speziell neapolitanische Kunst und damit zusammenhängend auf 
die spanische weiter reichte als der Caravaggios. 
Seine datierten Bilder gehen nicht weit zurück und es wird 
bei den geringen Verschiedenheiten, welche sein Stil an den un- 
datierten Werken (K1. B. 197, 292, 318) darbietet, immerhin schwer 
sein, die Wandelungen nachzuweisen, welche er durchlaufen haben 
mochte. Wenn wir von den nach dem Entstehungsjahr bekannten 
Bildern ausgehen, so erscheinen die wI-Iimmelsleitera von 1626 
zu Madrid wie xder betrunkene Silence vom gleichen Iahre im
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.