Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635261
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und 
die 
neapolitanische 
Schule. 
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Kompositionen, wie die wGeburt Christie im Museum zu Neapel 
(K1. B. 515) seltener sind, nicht zu entnehmen, Sein hauptsäch- 
lichster Thätigkeitsort ist Rom. Vielleicht gehürte er zur Schule 
Guercinos, von welcher sonst die Brüder Bartolomeo Ge11ari' 
1594-1661 und Ercole Genari, 1597-1658, zu nennen sind. 
Caravaggio 
und 
die 
neapolitanisehe 
Sehule. 
Trotz aller Bedeutung, welche den Häuptern der bolognesi- 
schen Schule, einem Annibale Caracci, Reni und Domenichino unbe- 
streitbar innewohnt, bleibt doch an ihren Prinzipien etwas von dem 
lllanierismus der unmittelbar vorausgegangenen Zeit haften, in 
welchen auch die Schule in ihrem weiteren Verlauf oder richtiger 
Ausleben wieder versinkt. Innerhalb des Eklektizismus war das 
ganze Heil auf die Persünlichkeit seines Vertreters gestellt, fehlte 
der starke Arm, die individuelle Selbständigkeit, so musste aus 
dem Zurückgreifen auf ältere Vorbilder Wieder schabloirenhaftes 
System, Nachahmung und Manier werden. Radikal konnte man 
dem Manierismus nur entgegentreten, wenn man sich entschloss, 
mit der Vergangenheit zu brechen und sich dem Naturstudium 
unmittelbar und rücksichtslos zu widinen, es nach Kräften ab- 
lehnend, dem Naturalismus durch clas Studium nach den grossen 
Meistern zu Hilfe zu kommen. Die Verflachung des Manierismus 
1nachte den Versuch einer solchen Rettung unausbleiblich, und 
gleichzeitig mit dem Auftreten der Eklektiker entstanden auch 
Künstler dieser Richtung. 
An der Spitze stand Michelangelo Merisi, geb. 1569 in 
einem Städtchen südlich von Bergamo, "das ihm auch seinen 
landläuügen Künstlernamen, Caravaggio, gab. W0 er gelernt, ist 
unbekannt, jedenfalls in Oberitalien; sicher ist nur, dass er in 
dem Bestreben, die Natur allein zum Vorbild zu nehmen, sich 
auf keinen Lehrer stützen konnte und autodidaktisch auf sich selbst 
angewiesen War. In Rom als Gehilfe bei Cavaliere d'Arpino ein- 
tretend, konnte er sich natürlich mit seinen Grundsätzen am wenigsten 
geltend machen, und er sah sich daher bald genütigt, auf diese 
Stellung wieder zu verzichten. Es folgten üble Jahre, bis seinen 
Bestrebungen einsichtige Anerkennung zu teil wurde, und auch 
dann fehlte es nicht an Hohn und Gegnerschaft, die ihn bei seiner 
jähzornigen Natur in büse Händel verwickelten und schliesslich 
wegen Tbtschlags (1606) seine Flucht aus Rom nütig machten. 
Nicht anders erging es ihm dann in Neapel, Malta und Sizilien,
        

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