Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635248
Die 
bolognesische 
Schule. 
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merklich nach. Erst mit Guido engbefreundet dann aber zerfallen, 
um Domenichino eine dauernde Anhänglichkeit zu bewahren, blieb 
er in Gemässheit seiner Veranlagung doch an dem anmutigen Stil 
Renis haften. Indes vermochte er im wesentlichen doch nur 
ein Darstellungsgebiet mit selbständigem Erfolg zu kultivieren, 
nämlich das der Ijngel- und Puttenreigen in mehr oder weniger 
reicher landschaftlicher Umgebung. Doch auch hierin wie im 
mythologischen und allegorischen Genre erscheint er nur anerkennens- 
wert und reizvoll, wenn er sich auf kleinen Massstab beschränkt, 
während er in grossen Darstellungen und besonders in seinen 
Altarbildern leer und unzulänglich wirkt. Ebenso erhebt sich 
Giovanni Lanfranco, geb. 1580 zu Parma, gest. in Rom 
1647, unter den Mitgliedern der Schule nur zu einem Maler 
zweiten Ranges, wenn er auch, vorzugsweise von den Kuppel- 
malereien Correggios angeregt, in der Weise seines grossen Lands- 
mannes grosse Erfolge gewann und wohl derjenige war, welcher 
den froschperspektivischen W olkenglorien zur weitesten Verbreitung 
verhalf. Nicht hüher steht Giovanni Francesco Barbieri, 
genannt il Guercino (der Schieler), geb. 1590 zu Cento, gest. 
1666 zu Bologna, der zwar nur indirekt zu den Schülern "der 
Caracci. zählt, gegen den Schluss seines Lebens aber sogar Haupt 
der Schule Wurde. Weder mit der Ernpfrndung eines Reni, wie 
dies seine "AAÜIOIEJÄ in der Villa Ludovisi (K1. B. 216) zeigt, noch 
mit der Energie eines Domenichino ausgestattet, vermochte er 
es indes über formale Korrektheit kaum hinauszubringen. 
Nur ihrer koloristischen Tüchtigkeit wegen verdienen endlich 
noch Alessandro Tiarini und Giacomo Cavedone unter 
den Caraccischülern genannt zu werden. Der erstere, geb. 1577 
zu Bologna, gest. daselbst 1668, war aus einer üorentinischen 
Manieristenschule in die bolognesische Werkstatt übergegangen, 
und verdankte wohl früheren Studien nach Andrea. del Sarto das 
Ansprechende seines malerischen Vortrags. Der andere, geb. 1577 
zu Sassuolo im Modenesischen, gest. 1660 zu Bologna, war von 
dem Manieristen Bartolomeo Passerotti in Bologna zu den Caracci 
gekommen und hatte dann seine Eigenart in einem gewissen 
Anschluss an die venetianische Art gesucht. Allein er hielt nicht 
das, was seine bedeutenden Talente versprachen, und verkam im 
Elend. Andere Caraccischüler genügt es nur zu nennen. So 
Lucio Massari (1569-1633), Francesco Brizio (1574 bis 
1623) und Lorenzo Garbieri (158o_1654). Mit dem Bildnis be- 
schäftigte sich der meist in Rom thäitige Baldassare Aloisi genannt 
G a 1 an i n o (1 5 7 7  1 6 3 8), mit dekorativem Innen- und Aussenschmuck 
18"
        

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