Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1635052
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Deutschland. 
drücke gemahnen. Zu denselben Annnhmen berechtigen "zwei 
übrigens erst nach seiner Rückkehr von der Wanderschaft ent- 
standene Arbeiten, nämlich die vKreuztragungx von 1515 in der 
Kunsthalle zu Karlsruhe (K1. B. 161) und die Flügel des Sebastians- 
altars der Pinakothek zu München aus dem gleichen Iahre. Bei 
dem letzteren ist die Hiehergehürigkeit freilich nicht ausser Zweifel, 
aber im hohen Grade wahrscheinlich durch die tiefe Kluft zwischen 
der früheren Weise des Alten Holbein und dieser jugendlichen 
Entwicklung, wie durch das auf dem Elisabethbilde zmgebrachte 
Bildnis des Alten Holbein, das schon aus äusseren Gründen nm- 
als das WVerk des Jüngeren Holbein betrachtet werden kann, 
Im Herbst 1515 ünden wir den jungen Maler ganz nach 
Basel übergesiedelt, wo er, erst 18 Jahre alt, als Gehilfe (vielleicht 
bei Hans Herbst) Stellung nahm und wohl vorerst mit Bücher- 
illustration beschäftigt ward. Es handelte sich dabei zunächst 11m 
Titelbilder mit allegorischen, mythologischen und rümisch histori. 
schen Darstellungen und gelegentlichen Bauerndrälerien, dann nm 
Initialen, Alphabete und Buchdrucker-Signete. Ob er auch nogh 
als Geselle zut eigentlichen Bücherillustration gelangte, steht dahin, 
obwohl er noch 1515 seine Bcfähigung hiezu durch die Rand- 
zeichnungen zu dem jetzt in der Baseler Kunstsammlung bewahrten 
Exemplar der wMoria des Erasnms von Rotterdanw wie durch die 
gemalte Tischplatte im Lluseum zu Zürich bewies. Jedenfalls ge_ 
hürten die grüsseren Illustrationsfolgen, wie die Bilder zum neuen 
Testament, die satirischen Reformationsblätter, die Initialen mit 
Todesbildern und die Todestänze erst in die dreissiger Jahre. 
Doch mochten ihm die genannten Arbeiten wie die Bild- 
nisse des Bürgermeisters vMeyer zum Hasen und seiner Gennahling 
von 1561, jetzt in der Kunstsammlung zu Basel (K1. B. 38, 39) 
gezeigt haben, dass er sich sehr wohl mit den Schweizer lkflalem 
messen und auf eigene Füsse stellen konnte. Iir verliess daher 
Basel, um in Luzern sich auf eigene Rechnung am Hartensteinschen 
Hause in der Wandnmalerei zu versuchen (1517). Vielleicht reizte 
ihn die Nähe des Gotthard, von Luzern aus abermals die Alpen 
zu überschreiten, wenigstens wissen Wir von seiner Thätigkeit im 
jahre 1518 nichts; im Jahre 151g aber etablierte er sich a15 
Meister in Basel, und erlaxlgte im folgenden das Bürgerrecht. De;- 
in Luzern erworbene Ruf als Wandmaler verscbaffte ihm zunächst 
Aufträge im Gebiet des Fassadenschmucks, deren Inhalt und Wir- 
kung wir nur mehr aus den Skizzen beurteilen künnen, da die 
Malereien selbst verschwunden sind. Darnach aber muss die 
Dekoration des Hauses 2211111 Tanzx und von anderen Häuser-
        

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