Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634949
Cranach, 
und 
(irünewald 
Baldung 
Grien. 
245 
geordnet in denlandschaftlichen Hintergrund gesetzt sind (KLB. 279) 
Das XYerk, namentlich durch die stattlichen sächsischen Stiftere 
bildnisse auf den Flügeln ausgezeichnet, war zwar die letzte über- 
dies erst von Lucas Cranach dem Jüngeren vollendete Schüpfung 
des Meisters, aber bei dem aufrichtigen inneren Anteil des Mcisters 
an der Reformation wie an dem Schicksal des Kurftirsteruhauses 
von ungwaxvühnlicher Kraft und Wirkung. 
Ungemein zahlreich aber nicht erfreulicher in ihrer manieristi- 
schen Typik sind Cranachs nuythologische Gcmälde. Fast in 
einem Dutzend erhaltener NVerke erscheint xVenus mit dem von 
Aeiner Biene gestochenen Amora (nach Theokrits 19.Idy1l) in 
Lebensgrüsse wie in kleinem Massstabe in den Galerien zu Berlin, 
Schwerin, Weimar, Schleissheim, Liechtenstein in Wien, Borghese 
in Rom, Stockholm und im Germanischen Museum wie auf der 
Burg zu Nürnberg. Auch das vUrteil des Parisa (K1. B. 45) er- 
scheint in einem halben Dutzend von Repliken, ebenso vDianaa 
und pLucretiae. Dazu kommen Allegorien, wie der wjungbrunnena 
in der Galerie zu Berlin, die xEifGISLIChM der Habichschen Samm- 
lung in Cassel, die vCaritasa der Sznnmlung Ekmann in Fings- 
pong. Unbegreiüich beliebt erscheint das oft wiederholte Bild 
des xAlten mit der Buhlerine. Auch sein Verdienst als Biidnis- 
maler dürfen wir, bei zumeist mangelnder Vertiefurag des Aus- 
drucks wie angesichts der fast durchgängigen Verzeichnung des 
Dreiviertelprofrls und der ungenügezrden Modellierung, nicht allzu- 
hOCh anschlagen, wenn auch einzelne Porträts von hervorragcnder 
Charakterschärfe (K1. B. 687) und Reformatoren- und F ürstenbildnisse 
durch ihre Authentizität von nicht zu unterschätzendem Werte 
sind (K1. B. 338). Ihre Massenproduktion  es wird einmal die 
Lieferung von nicht wcniger als 120 Stück der beiden sächsischen 
Kurfürsten des Reformationszeitaltcrs erwähnt  benimmt ihnen 
jedoch zum Teil alle selbständig künsderische Bedeutrlng. Einer 
g-rossen, zum Teil gewiss unbegründeten Berühmtheit erfreuten sich 
endlich seine Jagdstücke, von welchen sich einige auf der Burg 
zu Prag, im Prado zu Madrid und in der Wiener Galerie erhalten 
haben. Hüher als seine abnehmende spätere Kunst steht seine 
ungebeugte Haltung als Mensch, seine treue und opferwillige 
Anhänglichkeit au seine religiäse Überzeugung wie an sein Fürsten- 
haus. Auf Wunsch des entsetzten Kurfürsten Johann" Friedrich 
war er nach der Schlacht bei Mühlberg diesem hochbetagt in die 
Gefangenschaft und dann an dessen neueh Herzogssitz Weimar 
gefolgt, wo er auch 15 5 3 starb. 
Der überaus zahlreiche Gesellenkreis, welcher Cranach um-
        

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