Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634936
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Deutschland. 
in Darmstadt, Karlsruhe und Weimar 1518, Wie die vVermiihlung 
der hl. Katharinaa von 1516 in Würlitz und das vEpitaph des 
Valentin Schmidburgcc im Museum zu Leipzig noch erhebliche 
Vgl-Züge der Art der wRuhe auf der lfluchtr: von 1504. Auch 
die acht Blätter Randzeichnungen zum Gebetbuch des Kaisers 
Nlaximilian von 1515 stehen noch auf voller Hühe und lassen 
namentlich die von Scheurl gerühmte Beffihigung Cranachs zur 
jagdtierdarstellung in günstigem Lichte crscheinen. Aber mehr 
und mehr nährt sich die Produktion von Wiederholungen und die 
Arlsfülurung wird zur Fabrikation. Dass dies schon um 1520 
unverkennbar wird, hfingt wohl mit der bürgerlichen Inanspruch_ 
nahme des Malers zusammen, der damals an der Reformation den 
thäligsten Anteil nahm, mehrere städtische Ämter bekleidete, viel bei 
Hofe verkehrte, und sein Geschäft nach der Seite einer Apotheke 
und einer Papier- und Buchhandlung erweiterte. 
Im dem Masse aber, in welchem zugleich die Bestellungen 
bei dem gefeierten Manne zunahmen, IHLISSTEII auch besondere 
Studien zurücktreten und die Gesellenarbeit sich mehren, indem 
einmal hergestellte Kornpositionen mit mehr oder weniger Ver- 
änderungen sich xferxfielfältigten. Von wAdam- und Evabildernq 
fmden sich seit den zwanziger Jahren nicht Weniger" als acht, 
ebensoviel Darstellungen der xjudithm und einige der eI-Ierodiasx, 
wobei die Absicht der Wiedergabe weiblicher Reize zwar ausser 
Zweifel aber sclnvach erreicht ist. Ungemein zahlreich ist die 
Dnrstellung der wEhebrecherin vor Christusrc und des xgüttlichen 
Kindexfreundese namentlich auch die Wiedergabe wChristi alg 
Schmerzensmanna. Eine besondere Rolle spielen dann unter den 
religiüsen Bildern jene, welche sich auf die Reformation und 
deren Heilslehre bezogen. Es erscheint dabei, wie in dem Altarwerk 
der Stadtkirche zu Schneeberg, der nCrucifrxusa von biblischen und 
allegoriscluen Darstelhlngen umgeben, so von vAdam durch Tod und 
Teufel in die Hülle getriebenx, vLoth mit seinen 'l"6chtern44, vNIQSeS 
mit den Prophetenz, wJOhHHHGS und Adam vor dem Gekreuzigtena, 
rChristi 'l'riL1n1ph über Tod und Teufelrc. Ähnlich im Museum zu 
Weimar, in Gotha und im Rudolphinum zu Prag, wie in einzelnen 
Stücken nuf der Wartburg (K1. B. 488) und im Germanischen 
Museum zu Nürnberg. Am bedeutsamsten wird der kombinierte 
Gegenstand zusammengefasst in dem grossen Hauptaltar der Stifts- 
kirche zu XVeilnar, auf welchem einerseits Christus als Sieger über 
Tod und Teufel, anderseits Johannes, Luther und der Künstler 
selbst unter dem Kreuze stehen, wührend die gejagten Stamm- 
eltern, die Propheten und Moses mit der ehernen Schlange untep
        

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