Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634925
Cran ach , 
G rünefvald 
und 
Bal 
dung 
Grien. 
243 
Bildnisse, wie das vEhepazu-a von 1540 und 1542 in der k. Pina- 
kothek zu München, das Bildnis wAlbrecht V. von Bayerm: in der 
Ahnengalerie zu Schleissheim, die Bildnisse wdesselben Herzogs 
und seiner Gemahlin Annaff: von 1556 in der Kaiserl. Galerie zu 
Wienxüber eine gewisse starre Nüchternheit .nicht hinaus, Welche 
es kaum beklagen Iässt, dass nach ihm der Italismus zum vollen 
Durchbruche kommt. 
Cranaeh, 
Grünewald. 
und 
Baldung 
Grien. 
Fast gleichzeitig mit Dürer wurde in der oberfriinkischen 
Stadt Kronach ein Maler geboren, der zeitlebens wenig Berührung 
mit dem grossen Nürnberger Meister erkennen lässt, nälnlich 
Lucas Müller, geb. 1472 und nach seinem Geburtsort ge- 
wähnlich Cranach genannt. Von seiner Ausbildung wissen wir 
nichts weiter, als dass er bei seinem Vater, einem bis jetzt! künst- 
lerisch nicht nachweisbaren Lokahnaler gelernt habe. Seine Wan- 
derungen scheinen sich nicht südwärts, sondern wohl eher nach 
Norddeutschland, vielleicht bis Holland erstreckt zu haben. Um 
1500 ein fertiger Meister, wurde er schon 1504 als kursächsischer 
Hofmaler nach Wittenberg berufen und um 1508 geadelt. Sein 
ältestes unter den bekannten Bildern, die zRuhe auf der Flucht 
nach Egyptena von 1504 zeigt ihn bereits auf seiner vollen Hühe 
und in einer Leistungsfiihigkeit, welche mehr versprach, als er 
jemals gehalten hat. Denn das gründliche Naturstudium und die 
sorgfältige Ausführung verbunden mit einem nicht geringen Schün- 
heitsgefühl würde das Werk den gleichzeitigen Schäpfungen Dürers 
nahezu ebenbürtig erscheinen lassen, wenn es nicht durch das 
kalte, bunte und tonlose Emailkolorit, das den Cranachschen 
Werken eigentümlich blieb, beeirltriichtigt würde. 
Dass Cranach zu keiner weiteren Steigerung seiner Kunst 
gelangte, wird seinen Grund wohl hauptsifichlich in einem Umstande 
haben, dessen Scheurl schon 1508 in zweifelhaftem Lobe gedenkt, 
indem er dessen bewunderungswerte Schnelligkeit im Malen rühmt. 
Die stilistische Eigenart musste dadurch zu Manier und Schablone 
werden, wenn dies auch nicht sofort fühlbar wurde, und des 
Künstlers Phantasie und Fleiss zunächst der reichen Produktion gegen- 
über noch Stand hielt. In der That zeigen die wVenus mit de111 
Amom von 1509 in St. Petersburg oder die wMadonnax von 
1512 in München, die berühmte jetzt als Gnadenbild verehrte 
aMariae von 1517 in der Pfarrkirche zu Inhsbruck, die wMadonnena 
161
        

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