Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634907
Regensburgel- 
Die 
Schule 
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erinnert. Es geschah auch vielleicht auf Vorschlag und Empfehlung 
Dürers, dass Altdorfer um 1515 zu den Randzeichnungen des 
Gebetbuches des Kaisers Maximilian herangezogen wurde. 
Um diese Zeit aber treten die malerischen Bestrebungen 
der Grünewaldschen Richtung bei dem Meister in den Vorder- 
grund. Schon das reizvolle und überaus fein behandelte wDrei- 
künigsbilda in Sigmaringen zeigt in seinen Beleuchtungseffekten 
davon die Spuren. Noch mehr das ziemlich derbe Altarwerk 
von 1517 im historischen Verein zu Regensburg, die xGeburt 
Christirc im Mittelbild, wAbendmahM und wAuferstehungrc auf den 
Innenseiten, die wVerkündigunge auf den Aussenseiten der Flügel 
darstellend, reich an mannigfachen Licht-, Tages- und Nacht- 
wirkungen. Am meisten aber die keck und drastisch behandelten 
vQuirinusbildere, von welchen sich drei im Germanischen Museum 
zu Nürnberg, zwei in der Akademie zu Siena beünden. 
Doch kehrte der Meister zeitig wieder zu seiner sorgfältig 
miniaturistischeru Wcise zurück, mit welcher er vielleicht mehr 
Beifall gefunden wie mit seiner irnpressionistischen Behandlung 
atmosphärischer Effekte. Davon geben, wenn wir ausser der 
wGeburt Christirc in Wierl, der vKreuzigunga in Berlin (K1. B. 603) 
und der xVerherrlichung Mariensrr in der Münchener Pinakothek 
nur datierte Werke heranziehen, die glänzendsten Beispiele die 
vKreuzigunga von 1526 im Gerrnanischela Museum zu Nürnberg, 
die vlieusche Susannaa desselben Iahres in der Pinakothek zu 
München, die wAlexanderschlachta von 1529 ebenda und das 
allegorische Bild ader Bettel auf der Schleppe der Hoffart sitzendx 
von 1531 in der Berliner Galerie. Das Susannabild ist über- 
wiegend Architekturstück hervorragenden Ranges, die Alexander- 
schlacht, wohl das detailreichste Werk der Art aller Zeiten, trotz 
der vielen hunderte von Kämpfern doch noch eindrucksvoller als 
grandioser Gebirgsprospekt mit prächtigen "Lufteffekten. Der Stiche, 
Holzschnitte und Federzeichnungen des Meisters sei hier nur 
nebenbei gedacht. Altdorfer starb 1538.  
Von seinen Nachfolgern erkennen wir zunächst i11 Michael 
Ostendorfer, thätig in Regensburg zwischen 151g und 1559, 
einen verhältnismässig geringen Nachahmer. Ziemlich roh und 
unbehilüich in dem Altarwerk aus der Neuen Pfarre zu Regens- 
burg, jetzt im historischen Verein daselbst, erscheint er wenigstens 
in seinen Bildnissen, wie in dem xmännlichen Porträte von 15 3 3 
im historischen Verein zu Regensburg oder in wAlbrecht V. von 
Bayernrr von 1543 in Schleissheim nicht ohne Verdienst. 
Auch Hans Wertinger, 1494-1526 Hofmaler in Landshut, 
Reber, Geschichte. 16
        

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