Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634871
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Deutschlz-md. 
wegs gelüst zu haben, denn zu seinem grossen Prachtstück von 
1513 in S. Sebald, wMadonna mit Engeln zwischen den hh. Katha- 
rina und Barbara wie dem Stifter Lorenz Tucher und seinem 
Patronem darstellend, hat Dürer zweifellos die Komposition ge_ 
liefert. Im jahre 1514 aber verzog er nach Krakau, welche 
Stadt noch über ein Dutzend seiner Werke besitzt, wohl den 
grijssten Teil von allem, Was er während seines vierjährigen Auf. 
enthaltes in der polnischen Hauptstadt geschaffen. Auch nach 
seiner Rückkehr in die Heimat bis an seinen Tod 1522 rastlog 
thültig (K1. B. 554), nützte er seine kurze Lebenszeit reichlich, 
wenig eigenartig, aber sorgfältig und seiner Schule getreu, wie 
dies schüne Altarflügel in der Pinakothek zu München und im 
Germanischen Museum zu Nürnberg, und mehrere Bildnisse in 
der Galerie zu Wiesbaden, in der Galerie Weber zu Hamburg 
und bei der Gräün Herzfeld in Düsseldorf zeigen. Etwas Müdes 
und Welkes seiner Formgebung lässt ihn jedoch auch dann von 
Dürer unterscheiden, wenn er sich dem Meister technisch und 
stilistisch bis zum Verwechseln nähert. 
Einem Ruf nach Polen war auch der dritte der nächsten 
Nachfolger Dürers gefolgt, nämlich Albrechts jüngster Bruder 
Hans Düre r, geboren 1490 zu Nürnberg. Schon zwijlfjährig 
zu seinem Bruder in die Lehre gekommen, hatte er sich redlich 
angeeignet, was seinem verhiiltnismässig schwachen Taleme 
zugänglich war. Dies erscheint an den wahrscheinlich von Hans 
Dürer hGIFIÜhICIIdEH Flügeln des Hellerschen Altars in der städti- 
schen Galerie zu Frankfurt immerhin anerkennenswert, und nicht 
minder an den mit dem Monogramm HD bezeichneten zweiund_ 
zwanzig Randzeichnungen des Gebetbuchs Kaiser Maximilians, 
oder an den Sippenbildern von 1518 in der Galerie zu Pommers- 
felden. So konnte er es nach Kulmbachs Rückkehr aus Polen 
wagen, an dessen Stelle zu treten, wie es ihm auch gelang, sich 
zwischen 152g und 1538 im Dienste des Künigs von Polen zu 
behaupten. Allein losgelüst von der Leitung und dem Vorbild 
seines grossen Bruders verlor er an künstlerischen Fähigkeiten bald 
in dem Grade, dass er sogar unter Mittelmässigkeit herabsank_ 
Die jüngeren Nachfolger Dürers gaben der Zeitstrümung 
entsprechend das Erbe des Meisters den immer stärkeren italieni- 
schen EinHüssen preis, Welche sich zwar zunächst in derselben 
Halbheit äusserten, wie in den Niederlanden bei B. van Orley und 
Mabuse, aber den schliesslichen Sieg des ltalismus auch in Deutsch_ 
land vorbereiteten. Von den Gebrüdern Beham ist Hans Sebald 
Beham, geb. in Nürnberg 1500, für uns untergeordnet, da. el-
        

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