Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634807
Albrecht 
Dürer, 
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untadelig vollendete Ausführung bis ins Detail von Haar, Bart 
und Pelzbesatz wird immer das Entzückcn aller Betrachter bilden, 
nicht geschmälert durch die späteren Retouchen in dem Antlitz, 
womit der Meister selbst seine mit den Jahren gesteigerte und der. 
früheren zeichnerischen Methode entwachsene Tfechnik an dem 
eigenen Spiegelbilde experimentiert zu haben seheint, 
Von demselben Jahrc stammt auch die letzte Reminiscenz 
seiner ersten italienischen Reise, nämlich das in Tempera gemalte 
Leimvandbild wHerkules und die stymphalischen Vügülrc im Ger- 
manischen Museunr zu Nürnberg. Man sieht jedoch an diesem 
Bilde den direkten italienischen Einfluss, welcher in der Orpheus- 
zeichnung in bewundemswerter Unmittelbarkeit und Anempfmdung 
auftritt, verblasst, und den klassischen Gegenstand mehr der 
nordisehen Weise angeniihert. Dasselbe gilt von der gleichzeitigen 
wBeweinung Christirr in der Pinakothek zu München und im 
Germanischen Museum zu Nürnberg (K1. B. 454), wovon wir wenig- 
stens das Münchener Exemplar, soweit es nicht anlässlieh der 
Übermalung der kleinen Stifterüguren durch den Hofmaler des Kur- 
fürsten Nlaxinrilian I. von Bayern, J. B. Fischer fremde Eingriffe 
erfahren, als eigenhändige Arbeit des Meisters betrachten rnüssen, 
wenn auch an der Wiederholung in Nürnberg sich ein unten zu 
behandelnder Gehilfe Dürers beteiligt haben mag. Dasselbe ist 
auch bei dem Triptychon von 1502 im erzbischüüichen Schloss 
von St. Veit bei Wien zuzugeben, im Mittelbild die wKreuzigunge: 
und auf den Flügeln innenseits die wKreuzschleppunga und das 
wNOIi me tangerecr, aussen die whh. Sebastian und ROChLISa dar- 
stellend. Eigenhändig dagegen erscheint wieder das Paumgartner- 
sche Altarwerk in der Pinakothek in München mit der Geburt 
Christi im Mittelbilde und den beiden Stiftern wStephan und 
Lucas Paumgartnem auf den Flügeln (K1. B. 314), wenn auch 
durch die  B. Fischerschen Übermalungen der Stifterfanuilie auf 
dem Mittelbilde wie namentlich der Flügelbilder stark entstellt. 
Geringer wirkt dann die nicht von Geziertheit freizusprechende 
vMadonnaf. von 1505 in der Galerie zu Wien, wofür aber wieder 
das Dreikünigsbild von 1504 in den Ufüzien in Florenz (K1. B. 194) 
aufs erfreulichste schadlos hält. Es waren Jahre reichen und in 
jeder Art erfolgreichen Schaffens, da ausserdem die Ifertigstellung 
der Holzschnittfolge der sog. wgrossen Passions nebenher ging und 
an diese sich 1504 die sog. wgrüne Passionkanschloss, zwülf auf 
grüngrundierterlu Papier ausgeführte Tuschzeichnungen (Albertina 
in Wien), in ihrer Vereinfachung und Vertiefung unendlich hüher 
stehend als die Holzschnittreihe. Auch die darauffolgende Holz-
        

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