Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634769
Deutsehland. 
Albreeht 
Dürer. 
Das 15. Jahrhundert liess uns in den Malereien der Nürn- 
berger und Ulmer Schule mehr eine typische Lokalkunst als be- 
stimmt zu sondernde Leistungen einzelner Meister erkennen. Nur 
selten über ein gemeinsames Gepräge sich erhebend, erwecken 
sie in ihrer grossen Mehrzahl lediglich den Eindruck handwerk- 
licher Werkstattarbeit, in welcher anderes weder angestrebt noch 
gefordert wird, als ein gewisser Grad von Handfertigkeit in jener 
Behandlungsweise, wie sie durch die angeseheneren Werkstattvor- 
stände normiert ist und die Abnehmer durch die Gewohnheit 
befriedigt. Es spielt daher die Gesellenarbeit eine weitgehende 
Rolle und die Haftbarkeit des Gescluäftsoberhauptes bei Bestellungen 
erstreckt sich nicht weiter als auf Einhaltung der Termin- und 
Preisbedingungen, auf gute Materialien, auf eine gewisse Sorgfalt 
der Durchführung und hüchstens darauf, dass et wnichts Unge- 
staltesc darin gedulde; eigenhändige Arbeit aber war selten vor- 
geselmen, wie auch die Verteilung der Arbeit dem Unternehmer 
ganz anheimgestellt blieb. 
Das 16. Jahrhundert aber bedeutete auch in Deutschland 
die Entfesselung und Würdigung des Individuums. Das Talent 
konnte und durfte jetzt dem Bann typischer und gewerbennässiger 
Anforderung entwachsen, der Künstler gelangte zur vollen Geltend- 
machung seiner Persünlichkeit. Es handelte sich nun nicht mehr 
darum, ebenso Gutes wie allerwärts, sondern darum, Besseres wie 
sonst zu leisten und zu empfangen, und die Schablone befriedigte 
nun ebensowenig den Künstler wie den Besteller. Es handelte 
sich nun nicht mehr um Nürnberger, LThner, Augsburger, Kol- 
marer Werkstatttüchtigkeit, sondern um die Leistungen hervor- 
ragender Meister, bei welchen es nicht mehr ins Gewicht üel, wie 
weit sie mit fränkischer oder schwäbischer Leistungsfähigkeit zu-
        

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