Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634639
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Malerei 
Die 
der 
Niederlande. 
welcher sich nach dem einseitigen Vorgang der Schule des J. van 
Eyck das moralisierende Genre vorbereitet, welches einige Jahr- 
zehnte später durch Pieter Brueghel seine volle Ausprägung fand, 
Unter den erhaltenen Werken der Art dürften wenigstens der sog_ 
xBanquier und seine Fraucr im Louvre (wiederholt bei Mr. AL 
phonse de la Faille in Antwerpen) und der wSteuereinnehmerr: im 
Museum zu Antwerpen dem Quentin selbst zuzuschreiben sein. 
Dieses neue Kunstgebiet wurde dann von Quentins Nagh_ 
folgern, seinem Sohne Jan Massys (15og-M 1575) und dem 
Marin u s von Roym erswale, der letztere durch datierte Bilder 
von 1521_1558 nachwveisbar, weiter gepilcgt, von dem ersteren 
gelegentlich, wie in den nbeiden Geizhälsene in Windsor, mit 
meisterlicher Virtuosität des Vortrags, von dem letzteren, von 
welchem wir, ausser" anderen Stücken in Dresden und Kopenhagen, 
wden Geldwechsler mit Fraiu in Madrid (K1. B. 7 3), denselben 
Gegenstand von 1538 und den wAnwalt mit dem Bauernrr von 
1542 in München hervorheben, in scharfer und harter Kgrrikierung 
Ian Massys, 1544 aus religiüsen Gründen verbannt und erst mach 
14 Wohl zum Teil in Italien verbrachten Exiljahren zurückgekehrt), 
hatte übrigens in der letzteren Zeit seines Lebens den viiterlichen 
Stil zu gunsten des italisierenden abgestreift. 
Quentin llilassys hatte noch das Aufblühen von zwei jüngeren 
Zeitgenossen gesehen, welche beide aus dem Maasthale stammten, 
das schon das van Eycksche Brüderpanr hervorgebracht halte 
Der iiltere derselben war Jozuchim Patinir, geboren zu Dinam 
an der oberen Maas, seit 1515 in der Gilde zu Antwerpen und 
vor 1524 daselbst gestorben. Von der Art der Nachfolger Mem_ 
lings, vielleicht Gerard Davids ausgehend schuf er Bilder von 50 
überwiegend landschaftlichem Charakter, dass die biblischen Dan 
stellungen auf denselben nicht selten wenig über Staffagen hinaus_ 
gehen. Das sorgfältigste Naturstudium hinderte aber den Künstler 
nicht, den landschaftlichen Kompositionen jenes phantastisch-roman- 
tische Gepräge zu geben, welches sich dann als bleibende Eigen- 
schaft der Landschaftsmalerei der südwestlichen Niederlande wie 
des Niederrheins entfaltet hat. Von den gesicherten Bildern 
Patinirs zeigen diesen Charakter" die wTaufe Christia in der kaiser- 
lichen Galerie zu Wien, die wFlucht nach Egyptena in Antwerpen, 
der whl. Hieronymusa in Karlsruhe, die wVersuchung des hl. An- 
tüniusa in Madrid und der wKalvarienberga in der Liechtenstein- 
Galerie zu Wien. 
Ähnlicher Art sind die landschaftlichen Teile der Werke 
seines Schülers Hendrik Bles, geboren um 1480 zu Bouvignes,
        

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