Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634520
und Portugal. 
Spanien 
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16. Jahrhunderts ihre fast ausschliessliche Nahrung empüng, oder 
wenigstens italienischen Einiiüssen zu. Doch würde man ihnen 
Ifnrecht thun, Wenn man sie einfach als unselbständige Schüler 
oder Manieristen bezeichnen wollte. Denn sie bewahrten durchaus 
eine gewisse Kernigkeit und Energie in der Form eines ziemlich 
rücksichtslosen Realismus und dazu eine Tiefe der Empfindung, 
welche selbst mit ihren Hiirten, der unvollkommenen Formen- 
sprache und mit ihrem manchmal abstossenden Ungeschick in 
Aneignung des italienischen Idealisinus wieder versühnt. Doch 
werden sie von den Spaniern selbst überschätzt, wenn z. B. A1. 
Berruguete der spanische Äilichelangelo, Luis Morales der Güttliche, 
Vicente Juanes der spanische Raphael und Iuan F. Navarrete der 
spanische Tizian genannt werden. 
 Der Altkastilier Alonso Berruguete, der Sohn des 
obengenannten Pedro (1480-1561), bildete sich in Florenz nach 
Michelangelo und Andrea. del Sarto, ohne jedoech den ersteren 
an Grossheit und Sicherheit der Form, den letzteren an Weichheit 
des Kolorits auch nur entfernt zu erreichen. Als Architekt, Bild- 
hauer und Maler in allen Sätteln gerecht, envies er sich nach 
seiner Rückkehr und Niederlassung zu Valladolid doch nur als 
Bildhauer von eigentlichem Verdienst, während seine Malerei 
unter der Abhängigkeit von der Plastik litt. Von den wenigen 
Gemälden, welche sich von ihm erhalten haben, ist der Retablo 
im Colegio de Santiago zu Salamanca hervorzuheben.  Auch 
Vicente Iuan Macip, genannt Vicente juanes oder 
juan de juanes in Valencia (1507-1579), hatte seine Studien 
in Italien, wahrscheinlich unter Giulio Romano oder einem anderen 
Nachfolger Raphaels gemacht, wusste sich jedoch zu anerkennens- 
werter Selbständigkeit zu bringen, indem es ihm gelang, seinem 
energischen Realismus, wie er ihn den Profangestalten angedeihen 
liess, die ergebungsvollste Wilde seiner Christus- und Heiligen- 
bildungen gegenüberzustellen. Hervorragende Beispiele davon 
finden sich in den Museen zu Valencia. und Madrid, wie in den 
Galerien zu St. Petersburg und Dresden.  Denselben Weg wie 
juanes schlug der Sevillaner Luis de Vargas (15oz_1568) 
ein, indem er nach längerem Aufenthalte in Italien ebenfalls in 
rümisch-raphaelischer Weise zu malen suchte. Dies gelang ihm 
freilich, obwohl er seinem Vorbild näher kam, als Juanes, doch 
nur bis zu einem gewissen Grade, da er doch zu viel nach der 
Weise auch anderer cinquecentistischen Meister aussah und dadurch 
zu einem kombinierten Manierismus der Art eines Baldassare Peruzzi 
gelangte. Dies beweisen gerade seine berühmtesten Werke, die
        

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