Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634468
Die 
Ferraresen 
Correggio. 
und 
197 
und Erfolg hatten dann schon 1520 zu dem Auftrag geführt, die 
Apsis und die Vierungskuppel von S. Giovanni Evarxgelista in 
Parma mit Gemälden zu schmücken. Die Malereien der ersteren, 
die vKrünung Mariensr: darstellerad, sind nur mehr sehr frag- 
mentiert lin die Bibnliothek zu Panna gelangt, die noch in der 
Kuppel beündliche wGlorie Christi nach der Vision der Evan- 
gelistencz aber zeigt in dem den Heiland umgebenden Kranz von 
Aposteln wie in den Engelknaben auf den Wolken das perspek- 
tivische Wagnis der direkten Untenansicht in einer Kühnheit und 
Konsequenz gelüst, welche nicht verfehlen konnte, auf die Kunst 
späterer Zeiten von mächtigem EinHuss zu werden. Ihre Wirkung 
bestimmte schon 1522 das Domkapitel, den jungen Meister mit 
einem ähnlichen Schmucke für die Kathedrale zu Parma zu beauf- 
tragen, wovon jedoch nur das Kuppelgelnälde mit der vHimmel- 
{ahrt Mariäa 1526-1530 zur Ausführung kam. Im Lichtglanz 
häherer Sphären schwebt die Iungfrau empor, inmitten des um 
den Kuppelrand herum hinter einer gemalten Balustrade ange- 
ordneten Kranzes der Apostel, über welchem es von Engel- 
gestalten wimmelt, die in stürmischer Seligkeit ihre Beine schwingen. 
Ihre realistisch üppige und doch zugleich visionär empfundene 
Schünheit wie ihr jubelndes Entzücken konnte in der Weise 
nur unter der Voraussetzung zum Ausdruck kommen, dass der 
Meister in sprühender Veranlagung aus dem eigenen überreichen 
Born zu schüpfen hatte und über eine beispiellose Phantasie- 
thätigkeit verfügte. Das strahlende Vorbild für die Decken- 
malerei der Barockzeit war gegeben. 
Kann man angesichts dieser Fresken über die bewusste 
Subjektivität und über die Illusionsziele des Meisters nicht im 
Zweifel sein, so belehren sie doch als Fresken und ihres der- 
maligen Zustandes wegen über ihre speziellmalerische Bedeutung 
weniger als seine gleichzeitvigen Tafelbilder. Das ferraresische 
Erbe tritt auch hier mehr und rnehr zurück, um dem neuen 
Prinzip Platz zu machen, welches die momentanste Bewegung 
an die Stelle ruhiger Pose. und dazu die ganze Erscheinung unter 
die zauberhafteste Lichtwirkung setzt. Schon in der noch vor 
1520 entstandenen wVerrnählung der hl. Katharinax im Louvre 
verbindet sich der wonnigste Liebreiz und der Ausdruck wechsel- 
seitiger verzückter Liebe mit dem Eifekt eines das Ganze ver- 
klärenden und einigenden Lichtstroms, wie ihn" selbst die hervor- 
ragendsten Koloristen Venedigs, welche ihre F arbenfreude niemals 
genug zu mässigen vermochten, nicht erreichten. Dasselbe gilt 
von der sogenannten wZingarella (Zigeunerink oder vMadonna
        

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