Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634456
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Die 
Malerei Italiens 
Cinquecento. 
reiht. Anziehender ist Girolamo da Carpi, 1501-1568, 
welcher die Art seines Lehrers Garofalo schliesslich auf jene 
des Correggio hinüberzuleiten strebt, in welchem die ferraresisch- 
bolognesische Kunst ihren Hühepunkt erreicht. 
Antonio Allegri da Correggio gehärt seiner A115- 
bildung nach der ferraresischen Schule an. Um 1494 in Cor- 
reggio geboren, hatte er wohl die Anfangsgründe seiner Kunst 
bei obskuren Lokalmalern, wie bei Antonio Bartolotti und Lorenzg 
Allegri, seinem Oheim, gelernt, War aber dann nach Modena 211 
einem ehemaligen Schüler Cosimo Turas, nämlich zu Francesco 
Bianchi gelangt, dessen ferraresische Art er in dreijähriger Schüler- 
schaft sich wohl angeeignet haben konnte, als Bianchi 1510 
starb. Das unter den erhaltenen frühest datierte Bild Allegris, 
die xthronende Maria zwischen Franciscus und Antonius, Iohannes 
Baptista und Katharinax, 151411515 für das Minoritenkloster 
in Correggio gemalt, jetzt in der Galerie _zu Dresden, zeigt noch 
die Abhängigkeit von den Ferraresen, einem Costa und Bianchi, 
wenn sich auch der junge Meister schon damals von den Ge_ 
nannten durch grüssere Lebendigkeit unterschied. 
Der isolierte Aufenthalt des Malers in seinem Geburtsorte, 
in welchen er bald nach seines Lehrers Tod zurückgekehrt zu 
sein scheint, reifte jedoch allmählich eine Eigenart, welche im 
Genius des Künstlers selbst entsprungen, auf autodidaktischem 
Wege sich entwickelte. Er ordnete nämlich Form und Farbe 
der unbedingtesten Herrschaft wechselnden Lichtes unter, und 
erreichtc damit eine Ausbildung der Halbschatten, wie sie vorher 
vüllig unbekannt gewesen war. Schon die zwischen 1515 und 
1518 entstandenen Bilder der Wier Heiligemc in Bath House zu 
London wie der pRuhe auf der Fluchta in den Uffizien zeigen 
den Maler auf diesem Wege. Seine 1518 erfolgte Berufung mach 
Parma. kam diesen Bestrebungen nur indirekt entgegen, da. es 
sich nun für eine Reihe von Iahren um Fresken handelte, bei 
welchen der Ort der Anbringung zu anderen Bestrebungen führte, 
Denn schon die Gewülbemalereien des Zimmers der Äbtissiq 
des Klosters von S. Paolo, welche im Zusammenhange mit 
dem wDiana. auf dem Wolkenwvagenx darstellenden Wand. 
gemälde eine Laubendecke wiedergab, durch deren ovale Aug- 
schnitte Eroten mit den Attributen der Güttin guckten, veran_ 
lassten ihn, die gaukelnden Kindergestalten in der Untersicht 
zu geben, wobei er durch meisterliche Zeichnung der Verkürzung 
mit einem entsprechend duftigen Kolorit einen hüchst unmittelbaren 
und naturgemässen Eindruck hervorzurufen vermochte. Gelingen
        

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