Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei vom Anfang des 14. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Person:
Reber, Franz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1632113
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1634448
Die 
Ferraresen 
und 
Correggio. 
195 
zGeburt Christia in der Galerie, wie nicht minder von dem 
vhl. Sebastianx der Brera oder der xKirkez in Pal. Borghese und 
von anderen Bildern in den Salmnlungen Chigi und Doria in 
Rom, wie auch von seinen Bildnissen (K1. B. 568). An den 
meisten Werken ist der romantische landschaftliche Hintergrund 
von nicht geringem Belang, dürfte jedoch Wohl stets der Mit- 
arbeit von Dosso Dossis Bruder Battista Dossi (gest. 1546) 
zuzuschreiben sein. 
Minder effektvoll arbeitete sein Zeitgenosse und Landsmann 
Benvenuto Tisi da Garofalo 1481-1559. Als Schüler 
des Ferraresen Domenico Panetti erst zu Boccaccio Boccaccino, 
dann nach Rom zu Lorenzo Costa und schliesslich in das Atelier 
1)ossos gelzmgt, hutte sich Garofalo seine graulich blonde Art 
schon so fest angeeignet, dass er sie dem Kolorit Dossos nicht 
mehr opfern konnte oder wollte. Manchmal von hoher Schün- 
heit und  in der xKreuzabnahmee oder in der 
wfsalnariterin am Brunnenx in Palazzo Borghese, gewühnte er sich 
nach seinem zweiten Aufenthalt in Rom an eine mehr conven- 
tionelle Darstellungsweise, welche zwar noch lange eine gewisse 
Liebenswürdigkeit bewahrte, aber schliesslich in grauen Manieris- 
mus ausartete. Der Dom und das Museum von Ferrara besitzen 
eine nicht geringe Zahl seiner Werke, von welchen übrigens auch 
nicht Wenige in fast alle europäischen Sammlungen gelangten. 
Einer besonderen Beliebtheit erfreuten sich die kleinen Bildchen 
des Meisters durch ihre Anmut und die Sorgfalt ihrer Ausführung. 
 Ein dritter ferraresischer Costaschüler war Lodovico 
Mazzolino, I481-1528, der sich im Gegensatz zu Garofalos 
kühler Farbestinunung eines warmeny Goldtones befleissigte und 
auch mehr auf Dossos Art einging, ohne jedoch eine besondere 
Eigenart zu erreichen. An gleichwertigen Krififten zweiten und 
dritten Ranges fmden sich auch in Ferrara und den angrenzenden 
Gebieten der Ämilia und Romagna mehrere, von welchen einige 
es sogar zu äusserer Stellung zu bringen vermochten. So der 
Ferrarese Bartolomeo Ramenghi da Bagnacavallo 1484 
bis 1542, in Bologna bei Francia gebildet, später aber bemüht, 
Einüüsse von Dosso Dossi mit jenen Raphaels zu verbinden. 
Mit mehr Entschiedenheit warf sich Girolamo Marchesi da 
Cotignola, 1481-1550, der rämischen Schule in die Arme, 
so dass er bereits zu den raphaelitischen .Manieristen gezählt 
werden darf, welchen sich auch der meist in Bologna arbeitende 
Innocenzo Francucci da Imola, um 1494-1550, durch 
I-Iärte der Form und Kälte des Kolorits gleich unerfreulich, an- 
1395
        

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